Ein Teenager unter Mordverdacht: Eine erste 14-Jährige soll auf dem Friedhof Baumgarten (Wien-Penzing) eine 64-jährige Frau getötet haben.
Der verdächtige Teenager wurde von der Polizei festgenommen, auch die Tatwaffe – ein Taschenmesser – wurde gefunden. Das Mädchen, es gilt die Unschuldsvermutung, hat eine lange Krankheitsgeschichte, seit Jahren ist sie in psychologischer Behandlung. Im vergangenen November kam der Bruch: Die Mutter war überlastet mit der Situation. Das Kind – damals noch 13 Jahre alt – verletzte sich immer wieder selbst.
Das Mädchen wurde in eine betreute Wohngemeinschaft der MA 11 (Amt für Jugend und Familie der Stadt Wien) aufgenommen. Dort lebte sie mit drei anderen, es gibt hier nonstop Betreuung – mindestens zwei Erwachsene sind immer anwesend.
"Sie hat zu ihren Betreuern Vertrauen aufgebaut", sagt MA11 Sprecherin Ingrid Pöschmann zu "Heute". Auf Kurs sei man auch bei der Medikation gewesen, "sie hat täglich ihre Medikamente genommen." Diese sollte die Impulse verhindern, sich selbst zu verletzen.
Man wollte demnächst den nächsten Riesenschritt wagen. Geplant war, dass die Verdächtige – wohl erst in ein paar Monaten, etwa nach dem Sommer – wieder in die Schule geht. "Sie zeigte sich bereit dazu", sagt Pöschmann.
Seit November gab es für das Mädchen eine engmaschige Betreuung. Sie besuchte eine Tagesklinik – hier gab es ärztliche Gespräche, Therapien. Das nächste Ziel wäre eben die langsame Rückkehr in eine normale Tagesstruktur (Schule) gewesen. "Sie hat alle Angebote angenommen."
Im Team der Betreuer herrscht Bestürzung. "Am Montag gab es kein gefährdendes Verhalten", sagt Pöschmann, "es ist mir auch nicht bekannt, dass das Mädchen andere Personen verletzt hat, ihre Aggression richtete sie auf sich selbst."
Doch immer wieder wiederholt die Expertin im Gespräch: "Man kann niemals in Menschen hineinschauen. Unsere Experten erkennen viel, können meist die richtigen Schritte setzen, aber es bleibt immer ein Restrisiko."
Montagnachmittag war das Mädchen auf dem Areal des Friedhofs Baumgarten. Eingesteckt hatte sie ein Taschenmesser. Was genau geschah, wird noch ermittelt, doch schon bald lag das 64-jährige Opfer mit zahlreichen Stichverletzungen am Boden. "Ja, ich habe sie angegriffen mit dem Messer", gab sie laut "Heute"-Infos bald danach der Polizei zu Protokoll.