Unfall im Rausch

Mann schießt sich ins Gesicht und muss vor Gericht

Im Rausch hantierte ein Wiener mit einer Waffe in seiner Wohnung, schoss sich versehentlich selbst ins Gesicht – er stand mit Augenklappe vor Gericht.
Thomas Peterthalner
24.02.2026, 17:18
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"Warum ich das überlebt habe, weiß ich auch nicht. Es hat halt noch nicht so weit sein sollen", so der Angeklagte vor Prozessbeginn zu "Heute". "Ich habe daheim sechs Flaschen Wein und zwei Flaschen Wodka getrunken." Im Vollrausch hantierte der mehrfach vorbestrafte Ur-Wiener (63) in seiner Wohnung in Wien-Floridsdorf mit einer kleinen Pistole der Marke Star, Kaliber 6,35 mm. Dabei dürfte er die Patrone im Lauf vergessen haben.

Top-Verteidiger Roland Friis vertrat in der Causa.
Sabine Hertel

Kugel durchschlug Kiefer

Plötzlich löste sich ein Schuss, die Kugel durchschlug Kiefer und Gesicht des Angeklagten, ein Auge wurde schwer verletzt.  "Ich bin zwei Tage lang in der Wohnung gelegen und in meinem eigenen Blut munter geworden." Nur ein Zufall rettete sein Leben.

Verstoß gegen Waffenverbot

Ein Bekannter hatte sich Sorgen gemacht und den Schwerverletzten schließlich gefunden. "Ein Monat lang bin ich im Spital gelegen." Weil gegen den Wiener ein Waffenverbot bestand, landete Johann W. nun mit Augenklappe am Landl. "Er ist schon gestraft genug mit dieser Geschichte", bat Top-Verteidiger Roland Friis die Richterin um Milde. "Er war nicht mehr bei Sinnen. Es ist nicht sicher, ob er jemals wieder sehen wird."

„Er ist schon gestraft genug mit dieser Geschichte“
Roland FriisVerteidiger bat um Milde

"Ein Wunder, dass ich überlebt habe"

Die kompakte Taschenpistole habe er "beim Spazierengehen im Wasserpark" in Floridsdorf gefunden. "Warum haben sie die trotz Waffenverbots mitgenommen", wollte die Richterin wissen. "Weil ich blöd war. Es ist ein Wunder, dass ich das überlebt habe." Künftig wolle er sich von Waffen fernhalten. In Kürze müsse er noch einmal am Auge operiert werden.

"Zum Glück nicht in den Häf’n"

"Es war der größte Blödsinn meines Lebens", zeigte er sich reumütig. Das erkannte auch die Richterin an. Mildes Urteil: 5 Monate bedingt – bereits rechtskräftig. "Gott sei Dank muss ich nicht in den Häf’n", zeigte sich der Angeklagte nach dem Prozess erleichtert. Die Pistole wurde vom Gericht eingezogen.

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