Top-Verteidiger aus Wien

Opfer kam mit Pizza zu Fake-Date: Brutal verprügelt!

Selbst ernannte "Pedo Hunter" lockten Männer auf Insta zu falschen Dates, schlugen dann brutal zu. Der jüngste Verdächtige ist erst 16 Jahre alt!
Thomas Peterthalner
23.02.2026, 15:22
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Mit Verspätung begann vor kurzem am Landesgericht Eisenstadt der Prozess gegen zwei Jugendliche, 19 und 16 Jahre alt. Die beiden sollen sich über Instagram als junge Frauen ausgegeben, mit zwei Männern geschrieben haben. Die Nachrichten seien von Mal zu Mal eindeutiger geworden. Im Juli 2024 wurde schließlich ein Treffen beim Bahnhof in Parndorf (Burgenland) vereinbart.

Mit Pizza zu Fake-Date

Das erste Opfer kam mit einer Pizza zu dem vermeintlichen Date. Statt eines Treffens mit einer jungen Frau wurde er von den Angeklagten und sechs weiteren Vermummten aus dem Auto gezerrt, erniedrigt und brutal verprügelt. Die Attacke wurde mit Handys mitgefilmt. Nur wenige Tage später wurde der zweite Chat-Partner am selben Tatort brutal attackiert. Diesmal waren angeblich insgesamt sechs Verdächtige beteiligt.

"Pedo Hunter"-Szene

Die Angeklagten werden der sogenannten "Pedo-Hunter"-Szene zugerechnet. Im Vorjahr wurden in Österreich mehr als 30 Sympathisanten dieser Gruppierung ausgeforscht. Der Trick ist immer derselbe: Opfer werden online mit Lockvögeln bzw. Fake-Inseraten in eine Date-Falle gelockt, dann schwer misshandelt.

"Beispiellose Selbstjustiz"

"Beispiellose, aus dem Ruder geratene, völlig rechtswidrige Selbstjustiz", nannte die Staatsanwältin das Vorgehen der Jugendlichen. Der erst 16-jährige Zweitangeklagte bekannte sich schuldig, bevor die Öffentlichkeit von dem weiteren Verlauf der Verhandlung ausgeschlossen wurde. "Mein Mandant ist sehr zerknirscht und bereut seine Tat sehr. Er hat sich auch gleich am Beginn der Verhandlung umfassend geständig verantwortet. Er wurde zu sechs Monaten Bewährungsstrafe verurteilt",  erklärt Top-Verteidiger Roland Friis aus Wien.

"Kein Hinweis auf Pädophilie"

Die laut Richterin "Triebfeder" der kriminellen Aktion erhielt 15 Monate teilbedingte Haft. Fünf Monate davon muss der 19-Jährige tatsächlich im Gefängnis verbringen. "Er hat sich in beiden Fällen als Mädchen ausgegeben, aktiv den Kontakt zu den beiden Opfern hergestellt, Ort und Zeit der Treffen bestimmt und die weiteren Täter eingeladen." Zudem stellte die Richterin klar: "Aus den Chats mit den fiktiven Mädchen ergab sich überhaupt kein Hinweis auf Pädophilie." Oft haben es Täter auch auf Personen aus der queeren Community abgesehen.

Mittäter bleiben im Dunkeln

Die Identitäten der weiteren Mittäter bleiben im Dunkeln. Ihre Namen wurden – wie sonst oft bei Mafia-Prozessen – von den Angeklagten nicht genannt, sie konnten auch nicht ausgeforscht werden. Die Urteile sind rechtskräftig.

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