Szenen wie aus einem "Haftbefehl"-Video wurden Montag (23.2.) am Wiener Landl verhandelt. Zwei Burschen (23, 22 Jahre) sollen am 14. Dezember einen jungen Mann in einem Lamborghini überfallen haben, Tatort war der Parkplatz des bekannten "Vie i Pee"–Clubs von Martin Ho im Wiener Prater. Vorwurf der Anklage: Raub.
"Wir wollten feiern und einen gemütlichen Abend verbringen", erzählte der Erstangeklagte 23-Jährige. Schon am Weg dorthin wurde ordentlich getrunken. "Am Praterstern haben wir uns noch eine Flasche Wodka gekauft", so der Zweitangeklagte. "Wir wollten einen Rausch im Club haben." Doch dort kamen die betrunkenen Burschen erst gar nicht hinein.
Nach einem Wortwechsel mit dem Türsteher versuchten es die Burschen am Hintereingang. Am Parkplatz sahen sie einen jungen Mann (20) in einem schwarzen Lamborghini. "Sie klopften ans Fenster, ich wusste nicht, wie man das Auto zusperrt. Einer ist links, der andere rechts hinein. Einer packte mich am Hals, klemmte mich mit dem Ellenbogen ein und schlug sofort zu", so das Opfer. "Geld her, oder wir bringen dich um", soll er bedroht worden sein.
"Ich habe ihm ein, zwei Fäuste gegeben. Es tut mir leid, Herr Richter", so der Erstangeklagte. Das Opfer saß zur falschen Zeit im falschen Auto. Die Verdächtigen wollten laut Staatsanwältin "ihre triste finanzielle Lage aufbessern", dachten, der Mann im Lamborghini hätte viel Geld dabei. "Ich habe kein Bargeld dabei gehabt", so das Opfer. Der Zweitangeklagte habe seinen Komplizen aus dem Auto gezogen. "Als sie draußen waren, habe ich die Polizei gerufen." "Einen Plan nach dem Motto 'Heute machen wir wen meier' hat es nicht gegeben", so Verteidiger Normann Hofstätter.
„Einen Plan nach dem Motto 'Heute machen wir wen meier' hat es nicht gegeben“Normann HofstätterVerteidiger vor Gericht
Der 20-Jährige erlitt einen Jochbeinbruch, Prellungen, ein blaues Auge und blutige Schrammen, forderte vom Erstangeklagten 8.000 Euro Schmerzengeld. "Das Auto hat ein Freund von mir gemietet."
Die beiden Angeklagten bekannten sich schuldig. "Die Tat hätte beinahe mein Leben ruiniert", so der Zweitangeklagte. "Ich bereue es jeden Tag, den ich in diesem Bau sitzen muss." Auch der Erstangeklagte entschuldigte sich. "Es tut mir von Herzen leid." Urteil am Montag: 24 Monate teilbedingt, davon 8 fest für den Erstangeklagten. 21 Monate teilbedingt, davon 7 unbedingt für den Zweitangeklagten. Bereits rechtskräftig!