Streit um Zurechnungsfähigkeit

Bluttat am Friedhof: Jetzt Mordanklage gegen 14-Jährige

Nach dem tödlichen Messerangriff gibt es Streit um die Schuldfähigkeit der 14-Jährigen – die Staatsanwaltschaft hat Mordanklage eingebracht.
Newsdesk Heute
22.05.2026, 07:52
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Jene 14-Jährige, die am 23. Februar eine 67-Jährige am Wiener Friedhof Baumgarten erstochen haben soll, soll wegen Mordes angeklagt werden. Einen entsprechenden Antrag hat die Staatsanwaltschaft laut APA nun eingebracht.

Eine Sachverständige hatte die Jugendliche zuvor trotz psychischer Probleme als zurechnungsfähig eingestuft. Laut ihrem Gutachten liegt bei der Beschuldigten zwar eine instabile Persönlichkeitsstörung vor, sie habe aber gewusst, dass ihre Tat Unrecht war.

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Die Anwältin der Jugendlichen, Astrid Wagner, zweifelt das Gutachten jedoch an. "Das in diesem Zusammenhang beantragte Gutachten erscheint mir nicht schlüssig", erklärte die Verteidigerin. Deshalb wurde ein weiteres psychiatrisches Gutachten beantragt und Einspruch gegen die Anklage erhoben.

Das bestätigt die Sprecherin des Wiener Landesgerichts am Freitag: "Der Einspruch gegen die Anklage moniert die beantragte Unterbringung nach § 21 Abs 2 StGB in einem forensisch-therapeutischen Zentrum." Wagner strebt eine Unterbringung nach § 21 Abs 2 StGB an.

Die Jugendliche befindet sich derzeit im forensisch-therapeutischen Zentrum der Justizanstalt Asten. Sollte sie in einem neuen Gutachten als zurechnungsunfähig eingestuft werden, könnte sie nach § 21 Abs 1 StGB untergebracht werden. Das hätte große Auswirkungen: In diesem Fall wäre sie nicht schuldfähig und könnte im Unterschied zu § 21 Abs 2 StGB auch früher entlassen werden.

Jetzt ist das Wiener Oberlandesgericht am Zug. Dieses muss nun entscheiden, ob die Anklage rechtskräftig wird oder weitere Untersuchungen notwendig sind. Der Akt ist dort bereits seit 6. Mai anhängig, eine Entscheidung wird bald erwartet.

Hintergrund

Die Tat hatte am 23. Februar weit über Wien hinaus für Entsetzen gesorgt. Eine Passantin entdeckte die 67-Jährige gegen 17.30 Uhr mit zahlreichen Stich- und Schnittverletzungen am Friedhof in Wien-Penzing. Jede Hilfe kam zu spät.

Die mutmaßliche Täterin, eine psychisch kranke Jugendliche, wurde später in ihrer sozialpsychiatrischen Wohngemeinschaft festgenommen. Polizisten stellten dabei ein Taschenmesser, blutige Kleidung und ihr Handy sicher. Auf dem Mobiltelefon soll sich laut Ermittlern sogar ein Video der Tat befinden.

Bei ihrer Einvernahme legte die 14-Jährige ein Geständnis ab. Ein Motiv nannte sie nicht. Laut bisherigen Ermittlungen dürfte das Opfer zufällig ausgewählt worden sein. Vor der Tat soll die Jugendliche zudem zehn Tabletten eines verschreibungspflichtigen Beruhigungsmittels genommen haben.

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