Die erst 14-Jährige wird verdächtigt, Montagnachmittag am Friedhof Baumgarten in Wien-Penzing eine bestialische Bluttat begangen zu haben. Ein 64-jähriges Zufallsopfer wurde mit einem erst kürzlich im Netz gekauften Taschenmesser getötet – zumindest fünf Stiche trafen die Friedhofsbesucherin in Kopf und Hals.
Noch mit Blut des malträtierten Opfers an den Händen wurde der Teenager nach kurzer Zeit in seiner Krisen-WG unweit vom Tatort gefasst. Ein auf Social Media kursierendes Bild der Leiche, das den Ermittlern bereits vorlag, hatte sie eindeutig als Tatverdächtige identifiziert.
Auf dem verstörenden Foto der blutüberströmten Leiche sind am unteren Bildrand die schwarzen Goth-Stiefel des Mädchens zu sehen.
"Ich habe das Bild für mich selbst gemacht", behauptete die Verdächtige, dann lud sie es hoch. Auch Drogen waren im Spiel: Statt in die Schule zu gehen, hatte sich der Teeanger, der sich "ungewöhnlich unruhig und aufgeregt" gefühlt habe, "am Rennbahnweg" Benzos besorgt, den gesamten Blister geschluckt.
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Schlimmer Verdacht: Aussagen ihres Umfelds deuten aber auch darauf hin, dass sich der Teenager durch stundenlanges Schauen düsterer Dokus morbider Mordfälle im Internet möglicherweise zur schrecklichen Bluttat inspirieren ließ.
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Schwer beeinträchtigt sei sie zurückgefahren und zum Seiteneingang auf den Friedhof getaumelt, den oft als morbider Treffpunkt mit "wenigen Freunden" herhalten musste. "Ich spürte, dass ich jemanden töten musste", schilderte sie ihre Gefühlslage detailliert. Um 15:45 Uhr überfiel sie das Opfer, das nur zur falschen Zeit am falschen Ort war, brutal von hinten, stach wie wild mit dem Messer auf es ein.
Danach knipste das kurdischstämmige Mäderl das Foto, schickte es an den Freund und zog sich in ihrer WG um, als wäre nichts gewesen. Betreuer stellten sie laut "Heute"-Infos sogar zur Rede, weil sie verdreckt war und völlig zugedröhnt wirkte – da war die Leiche bereits gefunden worden. Doch erst kurz nach 17 Uhr wurde die Polizei alarmiert.
In der U-Haft soll der schwarzhaarige Teenager mit den vernarbten Unterarmen immer wieder fragen: "Warum bin ich da?" Bei der Haftrichterin sprach sie davon, Stimmen zu hören. Seit ihrem 10. (!) Lebensjahr ist die 14-Jährige depressiv. Ihre Mutter und zwei ältere Schwestern waren bereits lange nicht mehr mit ihr zurechtgekommen, der irakische Vater ist seit Jahren tot.
Die Anwältinnen Astrid Wagner und Dominique Perl vertreten die Mordverdächtige, wollten aber keine Stellungnahme abgeben. Die Unschuldsvermutung gilt.