Nach den turbulenten Szenen beim Unterhaus-Derby zwischen St. Veit und Herzogsdorf-Neußerling hat der Strafsenat des Oberösterreichischen Fußballverbandes durchgegriffen. Rund um den Schlusspfiff war es zu mehreren Zwischenfällen gekommen - nun stehen die Strafen fest.
Besonders hart trifft es einen Anhänger von Herzogsdorf-Neußerling. Er soll den erst 18 Jahre alten Schiedsrichter nach Spielende mit Bier überschüttet haben. Der Verband verhängte gegen ihn laut "OÖN" ein Stadionverbot für sämtliche Fußballplätze in Oberösterreich. Die Sperre gilt ein Jahr lang.
Auch ein Spieler muss pausieren. Laut Verband soll er eine Trinkflasche in Richtung des Referees geworfen haben. Dafür wurde er für vier Spiele gesperrt. Zusätzlich erhielt er weitere vier Partien bedingt.
Nicht nur Spieler und Fans gerieten ins Visier des Strafsenats. Ein Mitglied des Trainerteams soll den Schiedsrichter als "Vogel" bezeichnet haben. Dafür wurde eine Geldstrafe von 100 Euro ausgesprochen. Zwei weitere Betreuer müssen jeweils 50 Euro bezahlen.
Auch die Vereine kommen nicht ungeschoren davon. Herzogsdorf-Neußerling wurde wegen des Verhaltens der Beteiligten mit 300 Euro bestraft. Gastgeber St. Veit erhielt die Mindeststrafe von 50 Euro, weil laut Verband nicht schnell genug auf die Situation reagiert worden sei.
Einjährige Stadionverbote sind im oberösterreichischen Amateurfußball äußerst selten. Selbst langjährige Funktionäre können sich nur an wenige vergleichbare Fälle erinnern. Umso deutlicher fällt das Signal des Verbandes nach dem Derby-Eklat aus.