Mitte Jänner ereignete sich die brutale Bluttat, bis heute sorgt sie für viele Fragezeichen. Sein Bruder entdeckte die Leiche des 49-Jährigen aus der Immobilienbrache in dessen Wohnung in der Harrachstraße. – gefesselt, schwer misshandelt, erschlagen. Der Mann starb an einem Schädel-Hirn-Trauma, er dürfte Opfer einer Home-Invasion geworden sein.
Die Kriminalisten stießen am Tatort außerdem auf große Mengen Drogen – offensichtlich nicht nur für den Eigenkonsum. Das Opfer soll sowohl ins Suchtmittel- als auch ins Rotlichtmilieu Verbindungen gehabt haben.
Die Spurensuche gestaltete sich bis zuletzt extrem schwierig. Besonders viel Zeit brauchte etwa die Auswertung der Überwachungskameras in der Umgebung. In der Tatnacht fand außerdem wenige Meter entfernt ein Ball statt, Hunderte Handys gaben Signale ab und erschwerten die Ermittlungen massiv.
Auf den Listen der Polizei fanden sich dadurch nicht nur mögliche Verdächtige, sondern auch zahlreiche prominente Namen: Minister, Landeshauptleute, Banker und weitere Gäste waren mit ihren Geräten vor Ort registriert.
Für die Kripo bedeutete das vor allem eines: viel Arbeit. Sie versuchte jene Telefonnummern herauszufiltern, die sich ungewöhnlich lange in der Funkzelle aufgehalten haben und somit mit der Tat in Verbindung stehen könnten.
Die Ermittler hielten sich stets bedeckt: Man sage nichts dazu, so der Chef des Landeskriminalamts Gottfried Mitterlehner Anfang April. "Es ist mit der Staatsanwaltschaft vereinbart, dass wir uns derzeit nur sehr wohlüberlegt äußern."
Man bemühen sich, gebe sein Bestes, betonte Mitterlehner. "Aber es ist schwierig." Bei Tötungsdelikten sei man sehr froh, wenn man alles klären könne. Nachsatz: "Die Harrachstraße, die wird interessant werden."