Fassungslosigkeit vor rund vier Wochen in der Landeshauptstadt: Ein Mann entdeckte die Leiche seines 49-jährigen Bruders in dessen Wohnung in der Harrachstraße. Der Tote war mit Hämatomen übersät, wie sich herausstellte, starb er an einem Schädelhirntrauma.
Die Ermittler stießen am Tatort außerdem auf große Mengen Drogen – offensichtlich nicht nur für den Eigenkonsum. Das Opfer soll sowohl ins Suchtmittel- als auch ins Rotlichtmilieu Verbindungen gehabt haben. Die Kriminalisten setzen nach wie vor Hoffnungen auf die Auswertung von Überwachungsvideos aus der Umgebung.
Jetzt hat die Exekutive neue Details zum Stand der Erhebungen bekanntgegeben: "Mit hoher Wahrscheinlichkeit" dürfte es sich um eine Home Invasion gehandelt haben. Die Kriminalisten gehen davon aus, dass sich der oder die Täter Zutritt zu den Räumlichkeiten verschafften. Dann sollen sie das Opfer unter "massiver Gewaltanwendung" zur Herausgabe von Wertgegenständen gezwungen haben.
Die Polizei bestätigt außerdem, dass das Handy des Maklers nicht in der Wohnung war. Es liegt demnach nahe, dass es mitgenommen wurde. Das Problem der Fahnder: Sie haben keinen Zugriff auf das Telefon und Daten bzw. Kontakten aus Messenger-Diensten.
Dieser Fall zeige einmal mehr, dass es Anbieter derartiger Dienste bei derartigen Straftaten verpflichtend sein sollten, bestimmte Details zur Verfügung zu stellen, betont Landespolizeidirektor Andreas Pilsl. "Ohne die entsprechenden Tools für die Kriminalpolizei, wird es uns immer schwieriger gemacht, Verbrechen aufzuklären."
Was die Kripo ebenfalls nicht ausschließt: ein Zusammenhang der Bluttat mit dem Besuch einer unbekannten Personen und der Konsumation von zwei Pizzas. Es gibt auch hier "entsprechende Recherchen".
Weitere Anhaltspunkte: Ein Kriminalpsychologe begutachtete den Tatort und arbeitet an einer Fallanalyse. Und: Die Polizei setzt ebenfalls Hoffnung in die Sichtung und Auswertung von Aufnahmen, die aus Überwachungskameras stammen. Zudem werden Mobilfunkdaten und Datenträger ausgewertet – eine wochen- oder gar monatelanges Unterfangen.
Alles in allem sei man mit einer Situation konfrontiert, die die Ermittlungen "außerordentlich schwierig und zeitaufwendig macht". Das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Linz würden die Ermittlungen "mit großer Akribie und allen zu Verfügung stehenden Ressourcen" führen, heißt es.