Die Landespolizeidirektion OÖ präsentierte zuletzt die neue Anzeigenstatistik für 2025 – mit einer klaren Botschaft: weniger Anzeigen, hohe Aufklärungsquote, gerade bei schweren Delikten läuft vieles rund. Doch am Rande der Pressekonferenz kam ein Fall zur Sprache, der noch immer für viele Fragezeichen sorgt.
Es geht um den brutalen Mord an einem 49-jährigen Immobilienmakler in der Linzer Harrachstraße. Der Mann wurde im Jänner tot in seiner Wohnung gefunden – gefesselt, schwer misshandelt, erschlagen. Laut Ermittlern starb er an einem Schädel-Hirn-Trauma, es dürfte sich um eine Home-Invasion gehandelt haben.
Die Spurensuche ist extrem schwierig. In der Tatnacht fand nur wenige Meter entfernt ein Ball statt – hunderte Handys funkten in der Umgebung und erschweren die Ermittlungen massiv. Besonders viel Zeit braucht auch die Auswertung der Überwachungskameras in der Umgebung.
In der aktuellen Statistik taucht der Mordfall freilich nicht auf, weil er erst im Jänner passierte. "Aber nicht nur deshalb sage ich nichts dazu", stellte der Chef des Landeskriminalamts Gottfried Mitterlehner klar. "Es ist mit der Staatsanwaltschaft vereinbart, dass wir uns derzeit nur sehr wohlüberlegt äußern."
Einen Kommentar wollte er deswegen nicht abgeben. Ganz allgemein zeigt die Statistik aber: Bei Tötungsdelikten ist OÖ extrem erfolgreich. 2025 lag die Aufklärungsquote bei sieben vollendeten Morden (vier männliche Opfer, drei weibliche) bei 100 Prozent, offene Fälle gebe es generell kaum. Umso mehr fällt der Makler-Mord – noch – aus dem Rahmen.
"Wir bemühen uns, wir geben unser Bestes, aber es ist schwierig", gab sich Mitterlehner kämpferisch, aber vorsichtig. "Bei Tötungsdelikten sind wir sehr froh, wenn wir alles klären können", betont der LKA-Chef. Nachsatz: "Die Harrachstraße, die wird interessant werden."