Die Bluttat von Linz-St. Magdalena macht weiter fassungslos: Ein 88-jähriger Pensionist erschoss seine Ehefrau (89), die gemeinsame Tochter (61) und sich selbst. Schauplatz der Bluttat war der Parkplatz vor dem Traditionsgasthof Lüftner in Urfahr. Jetzt kommen weitere Details zum Motiv ans Licht.
"Die Wohnung war schon an die Tochter übergeben", erklärt Staatsanwältin Ulrike Breiteneder gegenüber "Heute". Die Pensionisten sollen laut derzeitigem Ermittlungsstand "befürchtet haben, dass sie die Wohnung nach ihrem Tod verkauft und das Geld ausgibt".
Sie hätten aber andere Pläne für das Vermögen gehabt: Das Geld sei als "Startkapital für die Enkel" gedacht gewesen, so Breiteneder. Die Familie hatte zuvor gemeinsam im Gasthof zu Mittag gegessen. Danach eskalierte der Streit auf dem Parkplatz völlig. Der 88-Jährige zog plötzlich eine Pistole und schoss auf seine Tochter und seine Ehefrau.
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Die nun abgeschlossenen Obduktionen zeichnen ein besonders brutales Bild der letzten Minuten. Laut Breiteneder wurden "jedenfalls jeweils zwei Schüsse" auf die beiden Frauen abgegeben. Die Tochter wurde aus nächster Nähe getroffen. Bei der Ehefrau traf zunächst ein Schuss den Brustbereich, im Fallen wurde sie dann noch am Kopf getroffen.
"Bei der Ehefrau könnte es auch noch einen dritten Schuss gegeben haben", erklärt die Staatsanwältin. Genau könne man das nicht sagen. Anschließend richtete der Pensionist die Waffe gegen sich selbst. Derzeit müsse die Polizei noch einen umfassenden Abschlussbericht erstellen, außerdem stehen die schriftlichen Ergebnisse der Obduktionen aus. "Das dauert in der Regel ein paar Monate."
Erst danach könne das Verfahren formell eingestellt werden, weil der mutmaßliche Täter tot ist. Die Bluttat erschütterte Linz erneut – nach mehreren Gewaltverbrechen in kurzer Zeit fand am Montag deswegen auch ein Sicherheitsgipfel statt.