Nach mehreren brutalen Gewalttaten in Linz hat am Montag im Alten Rathaus ein großer Sicherheitsgipfel stattgefunden. Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ), Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ), Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP), Frauenstadträtin Eva Schobesberger (Grüne) sowie Polizei, Sozialorganisationen und Experten berieten über die aktuelle Lage in der Stadt.
Die Botschaft dabei: Die Angst vieler Linzer wird ernst genommen. Auslöser für den Gipfel waren mehrere schockierende Vorfälle der vergangenen Wochen: ein Mord in der Innenstadt, eine Messerattacke auf offener Straße, der Axt-Angriff am Südbahnhofmarkt sowie zuletzt eine Bluttat innerhalb einer Familie mit zwei weiblichen Todesopfern.
"Die jüngsten Gewaltereignisse in Linz haben viele Menschen erschüttert und verunsichert", sagte Prammer. Gleichzeitig betonte er: "Linz ist eine sichere Stadt." Er verwies darauf, dass zuletzt auch Großveranstaltungen mit tausenden Besuchern – darunter der Urfahranermarkt, Sportevents und Kundgebungen – ohne gröbere Zwischenfälle verlaufen seien.
Laut Polizei gebe es derzeit "keinen signifikanten Anstieg der Kriminalität". Die Fallzahlen würden insgesamt stagnieren. Stadtpolizeikommandant Klaus Hübner hob vor allem die schnellen Einsätze hervor. Das zeige die hohe Polizeidichte in Linz sowie die professionelle Zusammenarbeit von Kriminalpolizei, Cobra und weiteren Spezialkräften.
Sicherheitsstadtrat Michael Raml sieht dennoch Handlungsbedarf: "Wer sich im öffentlichen Raum nicht mehr sicher fühlt, verliert auch ein Stück Freiheit und Lebensqualität." Konkret fordert er jetzt mehr Videoüberwachung und bessere Beleuchtung an bekannten, problematischen Plätzen. Außerdem müsse Prävention stärker ausgebaut werden.
Auch Vizebürgermeister Martin Hajart sprach sich für härtere Maßnahmen aus. Er will ein Alkoholverbot am Bahnhofsvorplatz prüfen, die Beleuchtung im Volksgarten ausbauen und steht Videoüberwachung in Wartebereichen öffentlicher Verkehrsmittel "positiv" gegenüber. Zusätzlich brachte Hajart ein Drogenmonitoring über die Abwässer der Stadt ins Spiel.
Frauenstadträtin Eva Schobesberger lenkte den Fokus dagegen auf Gewalt gegen Frauen: "Auffällig ist, dass die jüngsten Gewaltverbrechen in Linz von Männern begangen wurden." Gewalt gegen Frauen sei "kein Einzelfallphänomen, sondern hat strukturelle Ursachen". Österreichweit sei jede dritte Frau von körperlicher oder sexueller Gewalt betroffen.
Kritik kam am Montag auch von LinzPlus. Die Partei sprach von einem "politischen Schauspiel" und forderte statt einmaliger Gipfel regelmäßige Treffen aller zuständigen Stellen. Außerdem verweist LinzPlus auf jahrelange Forderungen nach mehr Sauberkeit, besserer Beleuchtung, mehr Sozialarbeit und neuen Maßnahmen wie Drogenkonsumräumen.