Anfang Juni konnte die Wiener Polizei 14 Jugendliche ausforschen, die serienweise Überfälle auf Minderjährige begangen haben sollen. Die Verdächtigen sorgten von März bis April in den Bezirken Döbling und Penzing für Unruhe, sollen mehr als ein Dutzend Mal Minderjährige ausgeraubt haben – "Heute" berichtete.
Laut Polizei sprachen die Burschen in Kleingruppen ihre jungen Opfer an und forderten Geld, Wertgegenstände sowie Kleidung. Wer nicht reagierte, wurde mit Schlägen und Tritten eingedeckt, dabei gab es auch mehrere leichtverletzte Opfer, so Polizeisprecherin Julia Schick.
Doch sogar in seiner Schule soll einer dieser bereits amtsbekannten Intensivtäter für einen gefährlichen Vorfall verantwortlich sein: Wie "Heute" erfuhr, zündete der 13-Jährige in einer Döblinger Mittelschule seine Schularbeit an – mitten im Klassenzimmer. Zum Glück lief der Vorfall, der sich im Mai ereignete, ohne Verletzte ab.
Die Ermittler sehen in der Gruppe, der eben auch der erst 13-jährige Schulzündler angehören soll, teils polizeibekannte Intensivtäter. Elf der Verdächtigen sind zwischen 14 und 17 Jahre alt, drei weitere erst zwölf und 13 Jahre alt. "Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um polizeilich bekannte Intensivtäter mit teils erheblichen Vorstrafen", betont Polizeisprecherin Julia Schick.
Den Jugendlichen werden mehr als ein Dutzend Raubüberfälle auf Minderjährige vorgeworfen. Die Opfer sollen in der Nähe von Schulen und Bahnhöfen angesprochen und zur Herausgabe von Geld, Kleidung oder Wertgegenständen gezwungen worden sein.
Sieben der strafmündigen Verdächtigen wurden festgenommen und in eine Justizanstalt eingeliefert. Die Ermittlungen dauern an, da den Jugendlichen weitere Straftaten zugerechnet werden könnten.
Gegen die Unter-14-Jährigen haben Polizei und Justiz keine Handhabe, sie sind strafunmündig. Und hier sieht Döblings Bezirksvorsteher Daniel Resch (ÖVP) das Problem: "Es zeigt sich, dass die Tätergruppen immer jünger werden. Auch wenn die Polizei bereits wichtige Erfolge erzielt hat, braucht es dringend geeignete Maßnahmen, um auch gegen unter 14-jährige Intensivtäter wirksam vorgehen zu können. Hier ist das Justizministerium gefragt, rasch Lösungen zu finden."
Resch erwähnt gegenüber "Heute" auch besorgniserregende Drohungen gegenüber Schülern und Lehrkräften. "Wenn solche Zustände an einer Wiener Schule geschildert werden, dann dürfen wir nicht wegschauen", so Resch.