Lange Haftstrafen drohen

Überfälle, Bankomaten gesprengt – Quartett vor Gericht

Jetzt wird es ernst für vier mutmaßliche Mitglieder einer berüchtigten Bankomatsprenger-Bande. Die Männer stehen heute, Dienstag, in Wels vor Gericht.
Oberösterreich Heute
16.06.2026, 05:00
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Vier Männer, ein schwerer Vorwurf: Ab Dienstagvormittag stehen mutmaßliche Bankomatsprenger in Wels vor Gericht. Den Angeklagten (28, 35, 36 und 37) wird angelastet, kriminelle Mitglieder einer von den Niederlanden aus agierenden Bande gewesen zu sein.

Zwei Sprengungen in OÖ

Konkret sollen sie für mehrere Sprengungen von Geldausgabeautomaten verantwortlich sein. Dazu kommen weitere Straftaten, die laut Anklage mit den Coups zusammenhängen sollen – darunter Raubüberfälle und räuberische Diebstähle.

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Im Mittelpunkt des Prozesses stehen unter anderem zwei Fälle aus OÖ: Am 25. April 2025 wurde in den frühen Morgenstunden ein Bankomat in der Boschstraße in Wels gesprengt. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an, Straßen wurden abgeriegelt, sofort lief die Fahndung nach den Tätern.

Fluchtauto von Schüler geraubt

Nur wenige Wochen später soll die Gruppe erneut zugeschlagen haben. In der Nacht auf den 16. Mai wurde ein Automat in Gmunden gesprengt. Danach sollen die Verdächtigen bei einer Maturafeier aufgetaucht sein. Dort sollen sie einen Schüler mit einem Messer bedroht und ihn gezwungen haben, die Schlüssel seines VW Tiguan herauszugeben.

Mit dem geraubten SUV setzten die Männer ihre Flucht fort. Am nächsten Tag wurde das Fahrzeug in einem Waldstück bei Aichkirchen im Bezirk Wels-Land entdeckt. Der Tiguan war vollständig ausgebrannt.

Lange Haftstrafen möglich

Wenig später kam es in Bayern zu einer Verfolgungsjagd. Das Fluchtfahrzeug der Verdächtigen verunfallte schwer, drei mutmaßliche Täter wurden festgenommen. Ein vierter Mann konnte zunächst entkommen.

Nach einer Verfolgungsjagd bis nach Bayern konnten drei der vier mutmaßlichen Täter gefasst werden.
Pressefoto Scharinger/Daniel Scharinger

Für den Prozess sind vorerst zwei Verhandlungstage angesetzt: Am Dienstag sollen zunächst die Angeklagten befragt werden, am Nachmittag ist die Aussage eines inhaftierten Mittäters geplant. Am Mittwoch folgen weitere Zeugeneinvernahmen. Danach könnte dann auch schon ein Urteil fallen.

Je nach Tatvorwurf stehen unterschiedliche Strafen im Raum: Zwei der Männer müssen im Fall einer Verurteilung mit Freiheitsstrafen von einem bis zu 20 Jahren rechnen. Einem Angeklagten drohen ein bis zehn Jahre Haft, einem weiteren sechs Monate bis zu fünf Jahre. Für alle vier Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.

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