Der Aufschrei war gewaltig: Ein Sonnenschirm-Verbot an einem der schönsten Strände Sardiniens sorgte international für Empörung. Nun zieht die Gemeinde Villasimius die umstrittene Regelung zurück. Doch wer auf einen entspannten Strandtag hofft, wird enttäuscht.
Anfang Juni hatte Bürgermeister Gianluca Dessì eine Verordnung erlassen, die Sonnenschirme am Traumstrand Punta Molentis praktisch verbannte. Erlaubt war ein Schirm nur noch für Familien mit Kindern unter zehn Jahren sowie für Personen über 65 Jahre.
Für alle anderen Badegäste bedeutete das: Sonnenbaden ohne Schatten in der heißen sardischen Sommerhitze. Die Entscheidung sorgte rasch für Schlagzeilen in internationalen Medien und löste in sozialen Netzwerken heftige Kritik aus. Sogar Boykottaufrufe wurden laut.
Nur wenige Tage später zog die Gemeinde laut italienischen Medien die Reißleine. Die umstrittene Verordnung wurde aufgehoben und durch neue Regeln ersetzt, die bis Ende Oktober 2026 gelten.
Das generelle Verbot für Sonnenschirme ist damit Geschichte. Alle Besucher dürfen nun wieder einen Sonnenschirm pro Familie oder Gruppe mitbringen. Der Haken: Niemand darf seinen Sonnenschirm eigenständig aufstellen. Dafür ist eigens abgestelltes Personal zuständig, das die Platzierung überwacht.
Zudem bleiben andere Schattenspender tabu. Zelte, Pavillons und ähnliche Konstruktionen sind weiterhin verboten. Auch die empfindlichen Dünen dürfen nicht betreten werden.
Die Gemeinde hält außerdem an strengen Besuchergrenzen fest. Maximal 190 Personen dürfen sich gleichzeitig am Strand aufhalten.
Wer mit dem Auto anreist, muss ebenfalls mit Einschränkungen rechnen: Nur 90 Fahrzeuge pro Tag erhalten Zugang zum Parkplatz. Besucher, die per Boot kommen, unterliegen ebenfalls einem Limit von 100 Personen gleichzeitig.
Der Eintritt kostet weiterhin zehn Euro pro Person – unabhängig davon, wie lange der Aufenthalt dauert. Geöffnet ist Punta Molentis täglich von 8 bis 20.30 Uhr.
Hinter den strengen Maßnahmen steckt laut Gemeinde der Schutz der empfindlichen Küstenlandschaft. Auslöser war unter anderem ein schwerer Waldbrand im Juli 2025, bei dem zahlreiche Autos auf dem Parkplatz zerstört wurden und Badegäste per Boot evakuiert werden mussten.
Die Behörden betonen, dass die Besucherzahlen begrenzt werden müssten, um das fragile Ökosystem langfristig zu erhalten.