Pünktlich zur Hitzewelle sorgt ausgerechnet ein beliebter Badesee bei Linz für schlechte Schlagzeilen. Der Pleschinger See in Steyregg ist auf der aktuellen Karte der Europäischen Umweltagentur (EEA) der einzige rote Punkt in ganz Österreich. Die Wasserqualität wurde erneut als "mangelhaft" eingestuft.
Dabei war der See jahrelang ein Vorzeigegewässer: Von 2015 bis 2023 gab es durchgehend die Bestnote "Excellent". Erst 2024 kam der Absturz – und auch im aktuellen Bericht für 2025 bleibt der Pleschinger See laut EEA weiter auf Rot.
Der Grund für die Verschlechterung ab 2024 dürfte tierisch sein: Im Badegewässerprofil der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wurde eine "signifikante Belastung durch die zunehmende Population von Wasservögeln" als wahrscheinlichste Ursache genannt.
Konkret geht es um Fäkalbakterien, die gesundheitliche Beschwerden auslösen können. Heißt: Zu viele Enten, Gänse und andere Wasservögel könnten im Vorjahr maßgeblich dazu beigetragen haben, dass der See von "ausgezeichnet" auf "mangelhaft" abrutschte.
Das Land OÖ erklärte dazu außerdem, dass die Grenzwerte für die Hygieneparameter 2024 zweimal "kurzzeitig überschritten worden sind". Aber: "Sofortige Nachuntersuchungen ergaben immer wieder eine gute Wasserqualität."
Die Linz AG als Betreiberin verwies nach Bekanntwerden auf eigene laufende Kontrollen. Die Wasserqualität des Pleschinger Sees werde während der Badesaison wöchentlich an drei Stellen überprüft. Laut Linz AG habe es 2026 bisher "keinen einzigen" überschrittenen Grenzwert gegeben, die bisherigen Überprüfungen hätten "nachweislich eine sehr gute Wasserqualität" ergeben.
Die schlechte Einstufung im EEA-Bericht beziehe sich laut Linz AG auf eine AGES-Prüfstelle nahe einer Bootsanlegestelle, wo sich immer wieder Wasservögel aufhalten. Deren Ausscheidungen könnten die Wasserqualität lokal beeinflussen. Die AGES habe bereits angekündigt, die Prüfstelle zu verlegen. Gleichzeitig erinnert die Linz AG an das Fütterungsverbot für Wasservögel rund um die Badeseen.
In Oberösterreich wurden übrigens 43 Badestellen untersucht – laut Bericht des "ORF" mehr als in jedem anderen Bundesland. Die gute Nachricht für Wasserratten: Fast alle erhielten hierzulande die Bestnote oder ein "gut" – nur der Pleschinger See fiel eben durch.
Auch österreichweit bleibt die Bilanz stark: 96,5 Prozent der Badegewässer wurden als "ausgezeichnet" bewertet, bei den Binnengewässern liegt Österreich damit europaweit sogar auf Platz eins.