Debatte um "Angsträume"

In Linz droht jetzt ein Alkohol-Verbot für Fußball-Fans

Seit Langem wird über ein Alkohol-Verbot am Linzer Bahnhof gestritten. Nun bekommt die Debatte neue Brisanz – denn auch Fußball-Fans wären betroffen.
Oberösterreich Heute
18.06.2026, 03:00
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Wo fühlen sich die Linzer in ihrer Stadt unsicher? Genau das wollte FP-Sicherheitsstadtrat Michael Raml mit der Kampagne "Angsträume melden" herausfinden. Die Bilanz liegt nun auf dem Tisch – und zeigt deutlich, wo die Sorgen der Bevölkerung liegen. Rund 50 Bürger meldeten sich beim Ordnungsdienst, insgesamt kristallisierten sich 23 Orte heraus.

Themen wie schlechte Beleuchtung, Drogen, Alkohol und auffälliges Verhalten prägen die Beschwerden. Unter den am häufigsten genannten Problemzonen finden sich bekannte Brennpunkte wie der Hauptbahnhof, der Bulgariplatz und das Krempl-Hochhaus. Besonders rund um den Bahnhofsvorplatz orten viele Bürger Handlungsbedarf.

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Streit um Alk-Verbot beim Bahnhof

Für Raml ist klar: "Wenn man vom Hauptbahnhof zur Bushaltestelle oder von der Bushaltestelle zum Bahnhof geht, dann ist das aus meiner Sicht wirklich ein Angstraum." Derzeit läuft ein Projekt der Volkshilfe, das mit intensiver Sozialarbeit für Entspannung sorgen soll. Genau dort sorgt nun eine alte Forderung der ÖVP für neue Diskussionen.

Und zwar ein mögliches Alkohol-Verbot beim Hauptbahnhof. Ein entsprechender Antrag der ÖVP für den Hauptbahnhof liege seit September 2023 im Sicherheitsausschuss, betont die Partei erneut. "Dass dieser bis heute nicht umgesetzt wurde, ist nicht nachvollziehbar", kritisiert Gemeinderat Mario Hofer. Für ihn sei klar: "Ein Alkohol-Verbot am Hauptbahnhof muss Teil einer umfassenden neuen Linzer Sicherheitsstrategie sein."

Alk-Verbot würde auch Fußball-Fans treffen

Ganz so einfach ist die Sache laut Raml allerdings nicht. "Ich bin kein grundsätzlicher Gegner von Alkohol-Verboten", betonte er am Mittwoch. Ein Verbot müsse aber nicht nur beschlossen, sondern auch kontrolliert und durchgesetzt werden. Bevor eine Entscheidung falle, müsse geprüft werden, ob die Maßnahme tatsächlich Wirkung entfaltet und keine neuen Probleme schafft.

Als Beispiel nennt Raml etwa Fußball-Fans. Der Bahnhofsvorplatz sei regelmäßig Treffpunkt für Anhänger, die gemeinsam zu Spielen ins Stadion aufbrechen. "Wir wissen aus Erfahrung, dass da natürlich das eine oder andere Dosenbier im Spiel ist." Gerade deshalb müsse man genau überlegen, wie ein allgemeines Alkohol-Verbot in der Praxis funktionieren soll. Andernfalls drohen laut Raml Vollzugsschwierigkeiten.

Angsträume in Linz melden

Bei der Meldestelle beim Linzer Ordnungsdienst können weiterhin Orte in der Stadt gemeldet werden, an denen sich Bürger unwohl oder bedroht fühlen.

Telefonisch unter 0732 7070 6066

E-Mail an [email protected]

Oder direkt bei den Mitarbeitern des Ordnungsdienstes

Mehr Videoüberwachung gefordert

Parallel dazu wird auch über mehr Überwachung diskutiert. Auf die Frage, wo zusätzliche Kameras derzeit am sinnvollsten wären, wird der FPÖ-Stadtrat konkret: "Ich persönlich bin sehr stark dafür, dass wir im Bereich der Haltestelle Goethekreuzung Videoüberwachung installieren, weil das einer der größten Umstiegsknoten im öffentlichen Verkehr ist."

Auch die Haltestelle Turmstraße beim Krempl-Hochhaus und der Bahnhofsvorplatz stehen auf seiner Wunschliste: "Man muss sich vor Augen halten, dass der Hauptbahnhof im Inneren mit dutzenden Kameras ausgestattet ist." Laut Raml bestehe der Verdacht, "dass sich durch diese gute Überwachung ein Teil der Kriminalität nach außen verlagert hat".

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 18.06.2026, 09:47, 18.06.2026, 03:00
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