Kokain im Büstenhalter soll in Linz Teil eines größeren Deals gewesen sein. Ermittler zerschlugen nun einen Familien-Drogenring.
Im Zentrum steht eine Familie – Mutter (60), Vater (67) und Sohn (34). Laut Polizei sollen sie über Jahre hinweg den Drogenhandel im Linzer Süden organisiert und ein dichtes Netzwerk aufgebaut haben. Alle drei sitzen mittlerweile in Haft.
Die 60-Jährige soll dabei selbst aktiv gewesen sein – und griff zu einem ungewöhnlichen Versteck. Laut Ermittlern wurde Kokain direkt im Büstenhalter verborgen, um es unauffällig zu transportieren und zu übergeben.
Doch das war nur ein Teil des Systems: Bei Razzien fanden Beamte Suchtgift auch in Flaschen, hinter Heizkörpern, in Sofaritzen und sogar in Tiefkühltruhen. Die Verdächtigen gingen dabei äußerst kreativ vor.
Dreh- und Angelpunkt des Drogenrings war ein Afrika-Shop in der Wiener Straße. Nach außen wirkte das Geschäft unauffällig – tatsächlich soll hier der Handel mit Kokain und Cannabis organisiert worden sein.
Der Sohn kümmerte sich laut Ermittlungen um die Beschaffung der Drogen und verteilte sie an sogenannte Läufer. Diese verkauften die Ware weiter. Der Vater transportierte die Dealer und kassierte das Geld, während die Mutter den Shop betrieb.
Besonders brisant: Viele der Subdealer wollten nicht mit der Polizei sprechen. Der Grund dafür sorgt für Aufsehen. Ihnen und ihren Familien sollen Voodoo-Zauber angedroht worden sein.
Die Angst dürfte groß gewesen sein. Aussagen blieben aus, Kooperation gab es kaum. Für die Ermittler bedeutete das monatelange, intensive Arbeit – oft verdeckt im Umfeld des Kremplhochhauses.
Am Ende schlug die Polizei zu: 85 Händler und Konsumenten wurden festgenommen, gegen weitere Personen bestehen Haftbefehle. Rund 80.000 Euro Bargeld sowie größere Mengen Suchtgift wurden sichergestellt.
Der Sohn gestand den Verkauf von mehr als 23 Kilogramm Cannabis. Den Handel mit Kokain bestreitet er. Neben den Drogendelikten deckten Ermittler auch weitere Straftaten auf – darunter Geldwäsche, Raub, Einbrüche und Drohungen.
Wie die "Krone" berichtete, sollen sogar Jugendliche zu den Abnehmern gezählt haben. Demnach wurden auch Schüler aus der Umgebung beliefert.
Die drei Hauptverdächtigen galten zuvor als unbescholten. Umso größer ist jetzt das Erstaunen über das Ausmaß des Systems. Kokain im Büstenhalter, Voodoo-Drohungen und ein Shop als Tarnung – der Linzer Fall zeigt, wie raffiniert und skrupellos der Drogenhandel organisiert sein kann.