Sehr ärgerlich: Der Laptop von Frau K. gab plötzlich den Geist auf – dabei war das Gerät noch kein Jahr alt. Die Oberösterreicherin brachte es zum Händler und verlangte eine Reparatur im Rahmen der Gewährleistung. Diese wurde zwar eingeleitet, doch die Kundin musste mehrere Wochen auf eine erste Rückmeldung warten.
Und auch die brachte keine Klarheit: Die Reparatur könne sich noch weiter verzögern, hieß es. Um schneller wieder einen funktionierenden Laptop zu haben, fragte sie nach einem Austauschgerät. Der Händler lehnte ab und bat sie, einfach weiter abzuwarten. Um Bewegung in die Sache zu bringen, wandte sich K. schließlich an die Verbraucherschlichtung Austria.
Die Stelle nahm Kontakt mit dem Unternehmen auf und vermittelte zwischen beiden Seiten. Am Ende lenkte der Händler ein: Er nahm den Laptop zurück und erstattete den Kaufpreis, damit sich die Frau selbst ein Ersatzgerät besorgen konnte.
Die Verbraucherschlichtung Austria hilft Konsumentinnen und Konsumenten seit mittlerweile zehn Jahren, Streitigkeiten mit Unternehmen außergerichtlich zu lösen. Seitdem wurden schon über 12.500 Fälle bearbeitet. Die Stelle wird unter anderem vom Sozialministerium gefördert, auch das Land OÖ unterstützt seit der Gründung.
Behandelt werden ganz unterschiedliche Themen – etwa Onlinekäufe, Reiseprobleme, Streit mit Handwerksbetrieben, Versicherungsfragen oder Gewährleistungsfälle.
Der Fall zeigt, wie die Verbraucherschlichtung Austria arbeitet. Eine außergerichtliche Lösung kann sowohl Unternehmen als auch Konsumenten viel Zeit und Geld sparen. "Vier von fünf Unternehmen nehmen an den Verfahren teil", erklärt Schlichter Joachim Leitner.
Für Firmen ist das Prozedere nämlich freiwillig, trotzdem wird die Stelle stark genutzt. Allein aus Oberösterreich kamen im Jahr 2025 insgesamt 151 Anträge – und damit deutlich mehr als noch im Jahr davor.