Bewegende Bilder aus Linz: Am Freitag um Punkt 15 Uhr versammelten sich zahlreiche Menschen am Tatort der fürchterlichen Messer-Attacke vor einer Woche, um des getöteten 26-jährigen Afghanen zu gedenken. Kerzen wurden entzündet, Blumen niedergelegt, viele Menschen verharrten still. Die Stadt zeigte sich geeint in der Trauer.
Während vor Ort Abschied genommen wurde, formierte sich im Hintergrund auch konkrete Hilfe. Auf der Plattform Gofundme haben enge Freunde der beiden jungen Männer eine Spendenaktion gestartet. Ihr Ziel: die Familien in dieser Ausnahmesituation finanziell zu entlasten.
Schon die ersten Zeilen machen die Betroffenheit deutlich: "Mit schwerem Herzen schreiben wir diese Zeilen." Die Initiatoren beschreiben, wie eine Situation eskalierte, die eigentlich beruhigt werden sollte. "Was als Versuch begann, eine angespannte Situation zu beruhigen und zu helfen, endete in einer furchtbaren Gewalttat."
Das ist passiert: Am Samstagabend eskalierte in der Linzer Bismarckstraße eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Männern: Als einige versuchten zu schlichten, griff ein 34-jähriger Verdächtiger plötzlich mit einem Messer an, verfolgte die Gruppe und stach zu. Ein 26-Jähriger wurde im Brustbereich schwer verletzt - ein besonders wuchtiger Stich führte zu innerem Verbluten, er starb später im Spital. Ein weiterer Mann wurde von hinten in den Hals gestochen und überlebte schwer verletzt. Der Tatverdächtige sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft, die Ermittlungen wegen Mordes und versuchten Mordes laufen.
Besonders eindringlich wird das Schicksal des Opfers geschildert. Der 26-Jährige sei "ein Sohn, ein Bruder, ein Freund – ein Mensch voller Hoffnung, Träume und Zukunft" gewesen. Sein Tod habe eine Lücke hinterlassen, "die niemals gefüllt werden kann".
Die Spenden sollen gezielt eingesetzt werden. Ein Teil ist für die Überführung des Verstorbenen in seine Heimat vorgesehen, damit die Familie ihn dort verabschieden kann. Gleichzeitig soll auch der zweite junge Mann unterstützt werden, der den Angriff schwer verletzt überlebt hat. Für ihn und seine Angehörigen habe sich das Leben "innerhalb weniger Sekunden für immer verändert".
Die Hilfsbereitschaft ist bereits groß: Bis Freitagnachmittag wurden rund 3.700 Euro gesammelt, insgesamt sollen 7.000 Euro erreicht werden. Die Organisatoren betonen dabei auch die Transparenz: Jede Spende werde dokumentiert und ausschließlich für die Betroffenen verwendet.