Der Schock sitzt in Linz noch immer tief: Samstagabend wollten zwei junge Männer in der Bismarckstraße schlichten, helfen, beruhigen – doch dann kippte die Situation. Die Männer wurden Opfer einer brutalen Messer-Attacke. Für einen 26-Jährigen kam jede Hilfe zu spät, sein Freund (24) überlebte schwer verletzt.
Innerhalb kürzester Zeit wuchs unweit des Tatorts an der Landstraße ein Kerzen- und Blumenmeer. Zurück blieben Familien, Freunde und Angehörige, denen plötzlich der Boden unter den Füßen weggezogen wurde.
Genau für sie wurde nun ein GoFundMe eingerichtet, eine Spendenaktion. Organisiert wird die Aktion von engen Freunden aus dem Umfeld der beiden Opfer: "Wir haben Zeit miteinander verbracht, wir haben gemeinsam gelacht, und wir können nicht tatenlos zusehen, während ihre Familien durch diese unfassbar schwere Zeit gehen", schreiben die Initiatoren.
Besonders bewegend sind die Worte über das Todesopfer: Der 26-Jährige sei "ein Sohn, ein Bruder, ein Freund – ein Mensch voller Hoffnung, Träume und Zukunft" gewesen. Sein Leben sei "viel zu früh und auf grausame Weise beendet" worden. Für seine Familie, vor allem für den älteren Bruder, bleibe "eine Lücke, die niemals gefüllt werden kann".
Ein Teil des Geldes soll für die Überführung des Verstorbenen in seine Heimat verwendet werden, ein weiterer Teil dem Schwerverletzten und den Familien zugutekommen. Im Spendenaufruf heißt es: "Auch für ihn und seine Familie hat sich das Leben innerhalb weniger Sekunden für immer verändert. Der Weg zurück in ein normales Leben wird Zeit, Kraft und Unterstützung brauchen."
Die Anteilnahme ist schon jetzt enorm: Mit Stand Donnerstagvormittag sind rund 3.000 Euro zusammengekommen, ein anonymer Spender gab sogar 515 Euro. Die Initiatoren schreiben: "Jede noch so kleine Spende kann helfen." Und: "Lasst uns gemeinsam zeigen, dass Menschlichkeit, Zusammenhalt und Mitgefühl stärker sind als Hass und Gewalt."
Unterdessen laufen die Erhebungen auf Hochtouren weiter. Der tatverdächtige 34-Jährige, für den die Unschuldsvermutung gilt, sitzt wie berichtet in U-Haft. Gegen ihn wird wegen Mordes und versuchten Mordes ermittelt. Auch ein Schnelltest auf Kokain und Benzodiazepine schlug bei ihm an. Außerdem soll ein psychiatrisches Gutachten klären, in welchem Zustand er sich zur Tatzeit befand. Schon bei seiner ersten Einvernahme sprach der Mann von psychischen Problemen.