Gutachter in der Kritik

"Frauen eingeschüchtert" – neue Kritik an PVA-Gutachten

Klare Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Frauen erleben Begutachtungen der PVA deutlich häufiger als belastend – das zeigt eine neue AK-Studie.
Oberösterreich Heute
19.03.2026, 03:00
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Wer eine Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension beantragt, braucht oft starke Nerven. Eine neue Studie der Arbeiterkammer OÖ zeigt jetzt: Viele Betroffene empfinden die Begutachtung durch die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) als belastend. Auffällig: Frauen noch öfter als Männer.

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Besonders heftig ist der Blick auf das persönliche Erleben: 54 Prozent aller Antragstellerinnen und Antragssteller geben an, sich bei der Untersuchung in ihrer Würde verletzt gefühlt zu haben. Bei Frauen liegt dieser Wert sogar bei 66 Prozent.

Öfter Simulations-Vorwürfe gegen Frauen

Auch der Ton bei den Untersuchungen dürfte oft rau sein: 47 Prozent der Frauen berichten laut Studie, dass sie eingeschüchtert wurden oder ihnen Angst gemacht wurde. Bei den Männern sagen das nur 31 Prozent.

Dazu kommt ein weiterer brisanter Punkt: Frauen wird laut Arbeiterkammer öfter unterstellt, dass sie ihre Erkrankung nur simulieren. Fast die Hälfte (48 Prozent) der weiblichen Antragssteller berichtet davon – aber nur 33 Prozent der Männer. Für die AK ist das ein deutliches Alarmsignal.

Auch bei den Entscheidungen zeigt sich laut AK sich ein klares Gefälle: 2024 wurden 25,2 Prozent der Anträge von Männern positiv entschieden, bei Frauen waren es nur 17,5 Prozent. Besonders auffällig: In OÖ erreichte die Zuerkennungsquote von Frauen in den vergangenen 14 Jahren in keinem einzigen Jahr jene der Männer.

AK fordert "respektvollen Umgang"

"Um die PVA-Begutachtung zu verbessern, fordert die Arbeiterkammer einen respektvollen Umgang mit Antragstellerinnen und Antragsstellern, eine umfassende Begutachtung sowie die verpflichtende Berücksichtigung aller vorliegenden Gutachten und Befunde", sagt AK-Präsident Andreas Stangl.

Die AK verlangt zudem eine unabhängige Begutachtungsstelle "die die Gutachten auf Basis allgemein verbindlicher Richtlinien erstellt" sowie bessere Schulungen für Gutachterinnen und Gutachter. "Der Fokus soll dabei auf Unvoreingenommenheit, respektvolle Kommunikation, umfassende Untersuchung unter Berücksichtigung der Sichtweise/Probleme der Antragsteller:innen und Antidiskriminierung liegen", heißt es von der AK.

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