Seit einem Unfall im Alter von 15 Jahren fehlt Michael G. (58) die rechte Hand: "Seit damals trage ich eine Prothese, die aber keine Funktion hat", erklärt der Salzburger aus Obertrum in der ORF-Sendung "Bürgeranwalt".
Im Alltag – etwa bei Arbeiten in der Küche – half ihm die "reine Schmuckhand", wie er sie nennt, nichts: "Ich kann nix halten damit. Es ist einfach nur ein Draufdrücken und damit geht auch das Gemüse kaputt. Darum verwende ich die Prothese in der Küche und im Alltag nicht", meint der 58-Jährige.
Vor rund zwei Jahren erhielt Michael G. einen neuen Job: "Ich arbeite von zu Hause aus, viel am Computer." Begonnen hatte der Salzburger mit 20 Stunden, doch sein Chef wollte ihn nicht nur in der Verkaufsberatung einsetzen: "Ich wollte seine Tätigkeit ausbauen, ihn zum Beispiel auch auf Messen mitnehmen."
Doch dafür benötigt der 58-Jährige keine optische Prothese, sondern eine, mit der er wirklich greifen kann: "Ich habe vorher so eine Prothese nicht gebraucht, weil ich immer Arbeitsstellen hatte, wo das nicht erforderlich war", berichtet er.
Da er seinen neuen Job bis zur Pension behalten wollte, suchte er vor etwa zwei Jahren bei der ÖGK um eine myoelektrische Unterarm-Prothese mit Greiffunktion an. Nachdem der Antrag etwa ein Jahr lang bei der ÖGK lag, wurde die PVA für zuständig erklärt. Diese schickte ihn zur Überprüfung in das AUVA-Rehabilitationszentrum Häring (Tirol).
Dort wurde Michael G. auch eine Prothese angepasst, er durfte sie zwei Wochen lang testen: "Das war rein psychisch eine wunderbare Geschichte, man fühlt sich gleich wohler", erinnert sich der Salzburger. Doch trotz Anpassung und erfolgreicher Testung lehnte die PVA den Antrag ab.
Für Volksanwalt Bernhard Achitz nicht nachvollziehbar: "Michael G. braucht die Prothese für seinen Beruf, deswegen muss sie die PVA bewilligen. Immer wird gefordert, dass die Menschen länger erwerbstätig bleiben, aber wenn es darauf ankommt, legt die Sozialversicherung Hürden in den Weg."
Nach einem ORF-Bericht im Mai 2025 kam vor rund zwei Monaten dann die freudige Nachricht: Die Prothese wird doch bewilligt, die PVA übernimmt die Kosten! Michael G. ist überglücklich: "Da wird man wieder zum vollwertigen Menschen." Auch Achitz freut sich grundsätzlich über das Einlenken der PVA, "das hätte aber schneller gehen müssen, denn rechtlich war immer schon klar, dass die Sozialversicherung die Prothese zahlen muss."
Im aktuellen Fall hätte sich die PVA zudem viel Geld gespart, wenn sie die Prothese sofort bewilligt hätte. 2024 hätte ein geeignetes Modell rund 50.000 Euro gekostet – dieses wird aber so nicht mehr produziert. Das jetzige war daher um rund 18.000 Euro teurer.