Rund um die Uhr helfen die Innviertler dem zwölfjährigen Mäderl. Mit der Erkrankung gehen eine Intelligenzminderung sowie Aufmerksamkeits- und Verhaltensstörungen einher. Die Herausforderungen für Mama und Papa sind also enorm.
Um diese zumindest finanziell stemmen zu können, stellten sie einen Antrag auf Pflegegeld. Im April des Vorjahres bekamen sie von der Pensionsversicherungsanstalt Stufe 3 zugesprochen. Das war aber aus Sicht der Betroffenen zu wenig.
Sie wandten sich an die Arbeiterkammer, die schließlich beim Arbeits- und Sozialgericht gegen den Bescheid klagte. Im Zuge des Verfahrens wurde eine medizinische Expertise erstellt.
Das Ergebnis: Der Pflegebedarf ist viel höher als die von der PVA angegebenen 155 Stunden pro Monat. Für An- und Ausziehen, Körperhygiene, Zubereitung von Mahlzeiten, Unterstützung beim Essen und auf der Toilette braucht es einen Aufwand von monatlich mehr als 180 Stunden.
Die Schlussfolgerung: Der fünfköpfigen Familie steht deutlich mehr Geld zu – Pflegestufe 6. Diese bekam sie vom Gericht auch zugesprochen. Die Erleichterung war groß.
Die AK Oberösterreich hat im vergangenen Jahr fast 600 Pflegegeld-Erhöhungen durchgesetzt. Sie appelliert an Menschen in prekären Situationen, sich unter Tel. 050/6906-1, bei der Linzer Kammer oder in einer der 14 Bezirksstellen zu melden.