Wer in OÖ online prüfen will, ob er Wohnbeihilfe bekommt, könnte derzeit ordentlich danebenliegen: Denn der offizielle Sozialratgeber-Chatbot des Landes OÖ arbeitet laut SPÖ noch immer Gewichtungsfaktoren, die seit 1. Jänner 2026 nicht mehr gültig sind – obwohl die neuen Regelungen längst in Kraft sind.
Noch dazu soll das System bei privaten Mieten die gesetzlichen Obergrenzen von 7 bzw. 8 Euro Hauptmiete pro Quadratmeter nicht berücksichtigen. SPÖ-Wohnbausprecher Peter Binder will kommenden Donnerstag im Landtag von LH-Stv. Manfred Haimbuchner (FPÖ) Antworten.
Besonders pikant: Die Informationen wären eigentlich vorhanden. In der gedruckten Version des Sozialratgebers 2025 stehen die richtigen Werte bereits. Der digitale Kanal hinkt damit laut SPÖ sogar der eigenen Printpublikation hinterher.
Binder spart nicht mit Kritik: "Das Land kündigt seit Jahren Digitalisierungsoffensiven an – aber wer sich online informiert, ob er Wohnbeihilfe bekommt, wird mit falschen Zahlen abgespeist." Das sei nicht nur ein "technisches Versagen, sondern schadet direkt jenen Menschen, die auf diese Unterstützung angewiesen sind".
Der Fauxpas dürfte mittlerweile übrigens schon aufgefallen sein. Wer den Chatbot verwenden will, bekommt aktuell diese Meldung: "Der Social Buddy wird gerade an die Neuerungen im Sozialratgeber 2026 angepasst. Bitte überprüfe unbedingt die gegebenen Informationen und Zahlen auf ihre Aktualität!"
Helfen kann laut Binder der Vergleich mit der Arbeiterkammer OÖ. Diese bietet seit Jahresbeginn einen speziellen Eingabe-Prompt an, mit dem ein Chatbot korrekte Vorberechnungen nach den aktuellen Bestimmungen liefern kann.
Darum wollen die Sozialdemokraten nun im Landtag von Wohnbaulandesrat Haimbuchner wissen: "Wann werden Sie in Ihrem Ressort die Digitalisierung so weit vorantreiben, dass die Wohnbeihilfe auf den Online-Kanälen des Landes korrekt vorausberechnet wird?"