Ein harmloses Bild von Weißwürsten, Brezen und Bier kam einem Tennisklub im Flachgau richtig teuer zu stehen. Für die Online-Einladung zu einem gemütlichen Sommer-Turnier verlangte ein Wiener Fotograf nachträglich 2223 Euro – am Ende einigte man sich auf 1700 Euro.
Der Klub hatte das Foto von einer Plattform als "kostenlos" heruntergeladen – ohne zu merken, dass hinter dem süßen Weißwurst-Teller Lizenzrechte lauern. Erst nach dem Anwaltsbrief entdeckte man den Urheber auf einer kostenpflichtigen Seite. Im Jänner hatte eine Kanzlei den Verstoß bemerkt und mit Klage gedroht, wie die "Salzburger Nachrichten" berichten.
"Wir wollen andere warnen", sagt der Kassier des Vereins. Viele Sportvereine, Schulen und kleine Betriebe könnten in Zukunft auf ähnliche Kostenfallen stoßen. Die Hoffnung: Vielleicht greift die Politik ein, bevor noch mehr Weißwürste im Internet teuer werden.
Mit der heutigen Technik lässt sich fast jedes Bild aufspüren. Rechtsanwälte überprüfen Fotos kostenlos – um anschließend Geldforderungen einzutreiben. In Prozessen sind die Chancen für die Nutzer gering, die Streitwerte oft hoch. Bewusste Irreführung nachzuweisen? Kaum möglich.
Auch Schulen bekommen den Rechtsdschungel zu spüren. Wer Inhalte online stellt, haftet persönlich – teilweise sogar mit eigenem Vermögen. Die Lehrergewerkschaft fordert daher klare Regeln: Schulwebsites sollen als hoheitlich gelten, damit Lehrkräfte nicht für einen harmlosen Weißwurst-Schnappschuss zahlen müssen.