Erschütternder Prozess

Freundin gewürgt und "Zigaretten auf ihr ausgedämpft"

Ein 24-Jähriger aus dem Bezirk Braunau stand in Ried vor Gericht. Der Vorwurf: massive Gewalt gegen seine Partnerin über Monate.
Oberösterreich Heute
18.03.2026, 14:05
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Ein erschütternder Prozess hat am Mittwoch am Landesgericht Ried für Aufsehen gesorgt. Wie die "OÖN" berichten, musste sich ein 24-Jähriger wegen wiederholter Gewaltausübung verantworten. Der junge Mann wies zu Beginn alle Vorwürfe zurück.

Die Staatsanwaltschaft zeichnete jedoch ein drastisches Bild: Über mehr als ein Jahr hinweg soll der Mann seine Freundin dutzendfach misshandelt haben. Die Rede ist von Schlägen, massivem Würgen bis zur Bewusstlosigkeit und sogar davon, dass er eine glühende Zigarette auf ihrem Körper ausgedrückt haben soll. Das Paar hat ein gemeinsames Kind.

Der Angeklagte schilderte die Beziehung ganz anders. Anfangs sei alles harmonisch gewesen, später habe es immer öfter Streit gegeben. Körperliche Gewalt stritt er ab. Es habe höchstens Rangeleien gegeben, bei denen es womöglich zu kleinen Verletzungen kam. Mit seinem geringen Körpergewicht könne er solche schweren Verletzungen gar nicht verursacht haben, meinte er.

Fotos zeigten die Verletzungen

Der Staatsanwalt widersprach deutlich. Auch der Richter ließ diese Argumentation nicht gelten. Im Gerichtssaal wurden Fotos gezeigt, die schwere Verletzungen dokumentieren sollen - darunter ein stark gezeichnetes Gesicht und deutliche Würgemale.

Teilweise räumte der Angeklagte ein, einen Gegenstand geworfen zu haben, der eine Platzwunde verursacht haben könnte. Für die Vielzahl an weiteren Verletzungen fand er jedoch keine Erklärung.

Familienangehörige stellten sich hinter den 24-Jährigen. Sie berichteten von Streit, aber nicht von Gewalt. Vielmehr habe sich die Frau selbst verletzt und nach Konflikten oft die Kontrolle verloren, schilderte der Vater.

Das mutmaßliche Opfer musste nicht persönlich aussagen, ihre Angaben wurden bereits im Vorfeld richterlich festgehalten. Demnach kam es regelmäßig zu Übergriffen, die meist mit Schubsen begannen und in Schlägen und Würgen endeten. Die Vertreterin der Frau stellte klar: Solche Verletzungen könne man sich nicht selbst zufügen.

Gericht verhängt (nicht rechtskräftig) Gefängnis

Am Ende folgte das Gericht dieser Einschätzung. Der Richter zeigte sich überzeugt von der Schuld des Angeklagten. Zwei Jahre Haft wurden verhängt, davon acht Monate unbedingt. Zusätzlich wurde Bewährungshilfe angeordnet. Ein möglicher Strafaufschub oder eine Fußfessel könnten den Gang ins Gefängnis noch abwenden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Wie die "OÖN" berichten, fand der Richter in seiner Begründung klare Worte: Gewalt gegen Frauen sei durch nichts zu rechtfertigen und habe in der Gesellschaft keinen Platz.

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