Ein schrecklicher Vorfall, der einer jungen Frau beinahe das Leben kostete, beschäftigte die Geschworenen am Wiener Landesgericht. In der Hauptrolle: ein 25-jähriger Österreicher. Er stach am 11. September 2025 zweimal auf seine gleichaltrige Freundin ein.
Nur die schnelle Reaktion von Nachbarn und Einsatzkräften verhinderte, dass die Frau an den Bauchstichen starb. Das Opfer lag insgesamt sieben Tage im Koma. Auch schon zuvor war es an der Adresse des Paares zu regelmäßigen Polizeieinsätzen gekommen.
Auslöser des Streits, der zu den folgenschweren Stichen geführt hatte, dürfte laut dem arbeitslosen Angeklagten ein Vorschlag von ihm gewesen sein. Genauer gesagt sei es um eine Therapie wegen der schweren Drogensucht des Paares gegangen, berichtet die "Krone".
Die junge Frau habe dem Beschuldigten zu verstehen gegeben, dass sie daran kein Interesse hätte. Danach sei die Lage eskaliert. Dem 25-Jährigen zufolge habe seine Freundin ihn dann mit einem Messer angegriffen. Er habe ihr das Küchenmesser abgenommen und es aus Notwehr "zweimal geradeaus bewegt".
Auch das Opfer wurde in der Verhandlung noch einmal zum Tathergang befragt. Die Frau sagte, dass sie so etwas nie erwartet hätte. "Wir lieben uns eigentlich", erklärte die 25-Jährige. Diese Aussage sorgte bei der Staatsanwältin für Verwunderung.
Sie betonte, dass es im Laufe der Beziehung immer wieder zu Gewalthandlungen gekommen sei. Auch Polizeieinsätze und Anzeigen habe es bereits gegeben. Die Geschworenen sahen in der Tat jedenfalls keinen versuchten Mord. Aufgrund von absichtlich schwerer Körperverletzung wurde der Wiener – nicht rechtskräftig – zu sechs Jahren Haft verurteilt.