"Du hast mein Leben gef***t"

Schwangere in Bauch getreten? Kindsvater freigesprochen

Weil er seine schwangere Freundin geschlagen und gewürgt haben soll, stand ein 23-Jähriger am 11. März vor Gericht im Wiener Landesgericht.
Christoph Weichsler
13.03.2026, 10:56
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"Ich wollte nur verhindern, dass sie sich etwas antut." Mit diesen Worten verteidigt sich Patrick S. (23) im Wiener Landesgericht. Laut Anklage soll er seine schwangere Freundin brutal attackiert haben – mit Faustschlägen ins Gesicht und sogar gegen den Bauch.

Der arbeitslose Wiener bestreitet das. Der Streit habe begonnen, nachdem seine damalige Freundin in der Früh sein Handy nahm und Nachrichten seiner Chefin gelesen hatte. "Sie wurde extrem eifersüchtig und hat mich angeschrien", sagt er. Die Situation sei danach völlig eskaliert.

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Streit eskaliert in der Wohnung

Laut Angeklagten habe die Frau plötzlich ein Messer genommen und gedroht, sich selbst zu verletzen. "Sie hat geschrien, dass sie sich etwas antun wird." Er habe ihr ein Messer sofort aus der Hand gerissen.

Doch kurz darauf habe sie ein zweites und dann sogar ein drittes Messer geholt. Beim letzten Mal habe er ihr den Arm verdreht und sie zu Boden gedrückt. "Ich weiß, dass ich sie dabei verletzt habe, aber ich wollte nur verhindern, dass sie sich etwas antut."

Frau schilderte Angriff zunächst anders

Die Frau hatte die Situation zuvor gegenüber der Polizei ganz anders dargestellt. Laut ihren Angaben habe der Angeklagte sie im Bett gewürgt und beschimpft. "Du hast mir mein Leben zerstört. Du hast mein Leben gef**t", soll er dabei gesagt haben.

Danach habe er sie im Badezimmer gegen die Wand gedrückt, gewürgt und mehrfach ins Gesicht geschlagen. Auch Faustschläge gegen ihren Bauch habe es gegeben. Fotos zeigen deutliche Verletzungen im Gesicht und Würgemale.

Frau kommt mit Baby in den Saal

Mitten im Prozess betritt das mutmaßliche Opfer selbst den Gerichtssaal – mit einer Babytrage. Das gemeinsame Kind ist dabei. Sie will keine Aussage machen.

Damit bleibt vor allem die Version des Angeklagten im Raum. Beobachter im Saal vermuten, dass sie die Situation nicht weiter anheizen wollte – auch weil beide wegen ihres Kindes künftig als Eltern zusammenarbeiten müssen.

Gericht glaubt Version des Mannes

Der Verteidiger sprach von einer schwierigen Beziehung mit vielen Trennungen und heftigen Streitigkeiten. Sein Mandant habe lediglich versucht, die Frau von Selbstverletzungen abzuhalten. Einen Vorsatz, sie zu verletzen, habe es nicht gegeben.

Das Gericht folgte dieser Darstellung. Auch Verletzungen beim Angeklagten passten laut Richterin zu seiner Version des Geschehens. Am Ende stand ein Freispruch. Trotz Freispruch bleibt eine Verbindung bestehen: Wegen ihres gemeinsamen Kindes stehen die beiden weiterhin in Kontakt.

{title && {title} } CW, {title && {title} } 13.03.2026, 10:56
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