Frau montierte Türknauf ab

Wegen Ehekrise – Mann stundenlang in Keller eingesperrt

Kellertüre zu, Griff abmontiert – und der Ehemann saß stundenlang fest. Ein eskalierter Ehe-Streit in der Südsteiermark brachte ein Paar vor Gericht.
Österreich Heute
25.02.2026, 10:11
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Was als privater Ehekonflikt begann, landete nun vor Gericht – und endete überraschend versöhnlich. Ein Paar aus der Südsteiermark musste sich am Straflandesgericht verantworten: Sie, weil sie ihren Mann eingesperrt haben soll. Er, weil er sie über längere Zeit hinweg misshandelt haben soll. Am Ende rauchten beide sinnbildlich die Friedenspfeife.

Über 8 Stunden gefangen gehalten

Vor Wochen war von Harmonie im gemeinsamen Zuhause keine Spur. Laut Anklage sperrte die Frau ihren Ehemann im Keller ein, montierte sogar den Türgriff ab, um ein Entkommen unmöglich zu machen.

Der Mann saß von 8.30 bis 17 Uhr fest. Einen Tag später eskalierte der Streit erneut – mit körperlichen Folgen. Die Diagnose lautete: zerkratzter Kopf und Gesicht, dazu schmerzhafte Verletzungen im Intimbereich.

Auch Vorwürfe gegen Ehemann

Doch auch der Eingesperrte steht nicht nur als Opfer da. Laut Staatsanwaltschaft soll er seine Frau "durchschnittlich einmal im Monat" geschlagen oder an den Haaren gezogen haben. Gegen ihn lautete der Vorwurf auf fortgesetzte Gewaltausübung.

Vor Gericht gaben sich beide jedoch überraschend einig. Obwohl getrennt befragt, fielen die Antworten im Chor. Die Vorsitzende Richterin versuchte, die plötzliche Einigkeit zu hinterfragen:
"Sie haben gesagt, Ihr Mann ist verrückt. Ihr Mann hat gesagt, Sie sind verrückt. Und jetzt haben Sie sich wieder ausgesprochen?"

Ehepaar pocht auf Harmonie

Die Ehefrau beteuerte, man habe den Konflikt bereinigt. Ihr Mann murmelte zustimmend. Auf die Frage, ob sie unter Druck stehe, kam ein klares Nein:
"Nein! Wir möchten wieder ein normales Familienleben haben."
Die Richterin hielt dagegen:
"Das rechtfertigt aber nicht, was Sie und Ihr Mann gemacht haben."

Auch das Paar selbst versuchte, die neue Harmonie zu betonen, den beiden ginge es wieder gut.

Eindringliche Warnung

Weil sich beide versöhnt zeigten und keine weitere Eskalation absehbar schien, wurde das Verfahren schließlich eingestellt. Anstelle einer Verurteilung müssen beide jeweils 150 Euro Pauschalkosten zahlen. Die Staatsanwaltschaft stimmte dieser Lösung zu.

Zum Abschluss blieb dennoch eine deutliche Warnung: Das Zusammenleben müsse künftig friedlich bleiben. Andernfalls könnte der Fall erneut vor Gericht landen.

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