Schwere Mobbingvorwürfe

Wirbel um Top-Polizisten – Mitarbeiterin packt aus

Eine Abteilungsleiterin wirft einem steirischen Spitzenbeamten jahrelanges Mobbing vor - 43 Vorfälle sind in einer Anzeige aufgelistet. Die Details.
André Wilding
25.02.2026, 09:40
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In der steirischen Polizei sorgt eine brisante Anzeige für Wirbel. Eine Abteilungsleiterin erhebt laut "Kronen Zeitung" schwere Vorwürfe gegen ihren Vorgesetzten. Insgesamt 43 Punkte umfasst die Liste der angeblichen Schikanen. Das Schreiben landete im allgemeinen E-Mail-Posteingang der Landespolizeidirektion und war damit für zahlreiche Bedienstete einsehbar.

"Mobbingtagebuch" über Chefin

Der beschuldigte Beamte ist kein Unbekannter: Disziplinär wurde er bereits einmal verurteilt. Doch auch die Frau selbst stand schon vor der Bundesdisziplinarbehörde. Ihre damalige Stellvertreterin, die als loyal gegenüber dem Vorgesetzten gilt, fühlte sich von ihr denunziert, heißt es in dem Bericht.

Die Abteilungsleiterin wurde zunächst schuldig gesprochen, legte aber Beschwerde ein - und bekam vor dem Bundesverwaltungsgericht Recht. Die Richter zeigten sich irritiert, dass die Stellvertreterin ab dem ersten Arbeitstag ein "Mobbingtagebuch" über ihre Chefin geführt hatte. Das sei "mit besonderer Vorsicht zu betrachten", so die "Krone".

Von Stellvertreterin "ausspionieren" lassen

Nun richtet sich der Fokus auf einen ranghohen Beamten. Laut Anzeige soll er seiner Mitarbeiterin unter anderem untersagt haben, zur Beerdigung einer Kollegin zu gehen. Sie solle zuerst "ihre Aufgaben erledigen", schreibt die Tageszeitung. Er selbst nahm am Begräbnis teil und soll dort schlecht über sie gesprochen haben.

Zudem steht der Vorwurf im Raum, er habe die Frau von ihrer Stellvertreterin "ausspionieren" lassen. Weisungen der Abteilungsleiterin sollen ohne ihr Wissen aufgehoben worden sein. Persönliche Gespräche habe der Vorgesetzte komplett eingestellt. Bei einem Geburtstagsfrühstück habe er alle Anwesenden begrüßt - nur sie nicht, heißt es weiter.

In einem weiteren Fall wurde die Frau gerügt, weil sie ihren Chef angeblich nicht über eine Dienstreise nach Wien informiert habe. Laut Anzeige hatte sie das aber sehr wohl getan. Seine Antwort darauf: Er könne sich nicht an alles erinnern, berichtet die "Krone".

"Unrichtige Behauptungen"

Der Anwalt der Frau, Andreas Kleinbichler, wollte sich gegenüber der Tageszeitung dazu vorerst nicht äußern. Der Beschuldigte weist die Vorwürfe zurück und spricht von "subjektiven, unrichtigen Behauptungen". Gleichzeitig sieht er Verbesserungsbedarf in der Kommunikation innerhalb der Abteilung.

Auch Landespolizeidirektor Gerald Ortner meldete sich zu Wort. Es habe mehrere Gespräche gegeben, allerdings ohne "nachhaltige Lösung", heißt es in der "Kronen Zeitung". Bis zur Klärung der Vorwürfe wurde der Beamte von der Dienst- und Fachaufsicht gegenüber der Frau entbunden.

Die Prüfung läuft intern in der Landespolizeidirektion. Laut Angaben gilt die zuständige Person nicht als befangen, da sie einem anderen Geschäftsbereich angehört.

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