Der Tod von Johanna G. (34) wirft immer mehr Fragen auf. Die Fitnesstrainerin wurde in einem Wald auf einem Grundstück der Familie jenes Cobra-Beamten gefunden, der mittlerweile in U-Haft sitzt. Fix ist nun: Die junge Frau wurde mit einem Polizei-Gürtel erdrosselt. Wo und wann genau es dazu kam, ist weiter Gegenstand der Ermittlungen.
Unklar ist nach wie vor, was in den letzten Stunden vor ihrem Tod tatsächlich passiert ist. Die Ermittler prüfen, ob Johanna G. am Abend des 9. Jänner in ihrer Wohnung im steirischen Tillmitsch getötet wurde – oder ob sich die Tat in einem Auto auf einem Parkplatz nahe des Heimatorts von Manuel M. (30) abgespielt hat.
Möglich ist laut "Kleine Zeitung" auch ein Tatort irgendwo entlang der Strecke zwischen Tillmitsch und Kirchberg an der Raab – rund 40 Kilometer entfernt. Dort meldete sich Johannas Handy Freitagnacht ein letztes Mal im Mobilfunknetz. Nach der derzeitigen Ermittler-Theorie könnte ein eingehender Anruf auf dem Telefon der möglicherweise bereits toten Frau den Polizisten in Panik versetzt haben.
In einer Art Kurzschlussreaktion soll er das Handy aus dem Fenster seines Autos geworfen haben – so zumindest seine Aussage. Das Mobiltelefon, ein zentrales Beweisstück, wurde bislang jedoch nicht gefunden.
Die vermisste Südsteirerin (34) ist tot. Die Polizei hat nach tagelanger Suche ihre Leiche gefunden. Der Tatverdächtige ist ein 30-jähriger Cobra-Polizist. Er selbst spricht von einem tragischen "Sex-Unfall". Die Chronologie des Falls:
Der Cobra-Polizist schilderte gegenüber der Kripo auch, dass es in seinem Fahrzeug zu "einvernehmlichen Sexwürgespielen" gekommen sei. Dabei habe er seinen Uniformgürtel der 34-Jährigen um den Hals gelegt und an der Nackenstütze befestigt. Zunächst habe er, danach auch sie selbst "angezogen".
In seiner Einvernahme behauptet der 30-Jährige nun, dass sich Johanna beim Liebesspiel "selbst stranguliert" habe. Der von der Frau ausgeübte Druck sei schließlich zu stark gewesen, weshalb es zu "diese Tragödie, dieser schreckliche Unfall" gekommen sei, berichtet die "Kronen Zeitung".
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte >
Danach habe er "in Panik" gehandelt und die Leiche auf ein Grundstück seiner Familie gebracht, wo er sie in einem Waldstück vergrub. Am Dienstag wurde Johanna G. schließlich dort gefunden – bekleidet mit Unterwäsche, Jeans, Pulli und Socken. Um ihren Hals war noch immer der Polizeigürtel von Manuel M. gewickelt.
Am späten Donnerstagnachmittag wurde bekannt, dass die renommierte Wiener Anwältin Astrid Wagner die Verteidigung übernommen hat. Sie stellt klar: "Mein Klient ist unschuldig". Seine Aussagen würden der Wahrheit entsprechen, so Wagner. "Er ist nach dem Unfall in Panik verfallen und hat Unsinn gemacht. Er hat kopflos gehandelt."
Als Beleg verweist sie auf den Obduktionsbefund: An der Leiche von Johanna G. seien schließlich "keinerlei Abwehrverletzungen" festgestellt" worden. Die Ermittlungen laufen unterdessen weiter auf Hochtouren.
Für den Polizisten gilt die Unschuldsvermutung.