Er sprang durch Feuer, zeigte sich im Internet gerne als Action-Held – und nannte sich bei der TV-Show "Ninja Warrior Austria" selbst "halbgott-artig". "Ich lebe für Kampfsport, durch Feuer bin ich auch schon gesprungen, davor hab ich keine Angst mehr!", erklärte der damals 21-Jährige bei seinem Auftritt.
Heute sitzt der einstige Vorzeige-Polizist, mit dessen sportlichen Erfolgen sich sogar die Landespolizeidirektion Steiermark auf Facebook brüstete, in U-Haft. Der 30-jährige Cobra-Beamte soll die Südsteirerin Johanna G. bei einem "Sex-Unfall" erwürgt und sie im Garten seiner Eltern, ebenfalls Polizisten, vergraben haben.
Der Fall erschüttert seit Tagen ganz Österreich. Die 34-Jährige war als Fitnesstrainerin und Coach aktiv, lebte nach ihrer Trennung im Herbst in Tillmitsch und hatte sich auf einer Dating-Plattform angemeldet. Dort traf sie auf den Elite-Cop, der im Netz mit Videos von Kuschelkatzen, Feuerspucken und Messer-Stunts auf einem Nagel posierte.
Nachdem Johannas Mutter sie als vermisst gemeldet hatte, wertete das Landeskriminalamt ihre Handy-Chats aus – und stieß auf eine Verabredung mit dem Cobra-Polizisten am 9. Jänner. Der Beamte leugnete zunächst alles, räumte dann aber ein Treffen ein.
Die vermisste Südsteirerin (34) ist tot. Die Polizei hat nach tagelanger Suche ihre Leiche gefunden. Der Tatverdächtige ist ein 30-jähriger Cobra-Polizist. Er selbst spricht von einem tragischen "Sex-Unfall". Die Chronologie des Falls:
Schließlich gestand der 30-Jährige, dass Johanna bei einem "Würgesex-Spiel" ums Leben gekommen sei. Für die Ermittler passt das nicht zusammen – sie gehen von Mord aus. Laut "Heute"-Infos soll Johanna G. schwanger gewesen sein.
Bei einer Hausdurchsuchung wurde die Lage für den Elite-Polizisten noch brisanter: Die Ermittler fanden nämlich eine gestohlene Dienstwaffe sowie eine Übungspistole vom Typ Glock TFX. Die Ermittlungen diesbezüglich laufen noch.
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
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Die Polizei geht derzeit davon aus, dass die Tat am Freitag nach 19.00 Uhr passiert ist und um 24.00 Uhr vollendet war. Die Ermittler haben noch keinen konkreten Tatort – die Tat könnte in einer Wohnung, aber auch in einem Fahrzeug geschehen sein.
Auch die Frage, wie Johanna ums Leben gekommen ist, ist noch unklar. Der tatverdächtige Beamte behauptet zwar, er habe sie bei einem Liebesspiel "unabsichtlich" getötet, doch an dieser Version zweifeln die Ermittler. Eine Obduktion soll die genaue Todesursache klären.
Für den Polizisten gilt die Unschuldsvermutung.