Von Cobra-Polizist getötet

"Er ist bei mir" – das schrieb Johanna vor ihrem Tod

Johanna G. aus der Steiermark ist tot. Eine einzige Nachricht an ihre Freundin brachte die Ermittler auf die Spur eines Cobra-Polizisten. Die Details.
André Wilding
15.01.2026, 09:55
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"Er ist grad bei mir, melde mich später ..." – diese letzte Nachricht schickte Johanna G. aus Tillmitsch in der Steiermark an ihre Freundin! Eine Nachricht, die einem Cobra-Polizisten schließlich zum Verhängnis wurde.

Schon früh geriet der 30-jährige Beamte ins Visier der Ermittler. Der Südoststeirer ist seit 2016 bei der Polizei, war zuerst in Halbenrain im Dienst und wurde später zum Einsatzkommando Cobra nach Graz versetzt. Er führte eine äußerst diskrete Beziehung mit Johanna G. – davon wussten nur ihre Mutter und ihre beste Freundin.

"Unfall beim Sex"

Auch, dass Johanna möglicherweise schwanger war, war laut "Kleine Zeitung" kein Geheimnis im engsten Umfeld. Die Nachricht von Johanna ("Er ist grad bei mir") am vergangenen Freitagabend passte jedoch nicht zur Aussage des Elite-Polizisten – der hatte nämlich angegeben, nicht bei ihr gewesen zu sein. Er habe sie zum letzten Mal im Dezember 2025 gesehen.

Fall Johanna G. – die Chronologie

Die vermisste Südsteirerin (34) ist tot. Die Polizei hat nach tagelanger Suche ihre Leiche gefunden. Der Tatverdächtige ist ein 30-jähriger Cobra-Polizist. Er selbst spricht von einem tragischen "Sex-Unfall". Die Chronologie des Falls:

Die Unstimmigkeit führte dazu, dass das Landeskriminalamt verständigt wurde. Am Sonntagabend übernahm dann die Mordgruppe, am Dienstag war der Fall gelöst. Doch da war Johanna bereits tot. Der Verdächtige führte die Ermittler zu einem Waldstück nahe dem elterlichen Anwesen im Raabtal, wo die Leiche gefunden wurde. Der Polizist spricht von einem "Unfall beim Sex" – glauben will ihm das kaum jemand.

Handy aus Autofenster geworfen

Laut Ermittlern wurde das Handy des Opfers zuletzt in Kirchberg an der Raab geortet. Dort loggte es sich Freitagnacht ins Netz ein. Die Theorie: Ein Anruf auf dem möglicherweise bereits toten Handy versetzte den Polizisten in Panik, berichtet die Tageszeitung. Er warf es – laut eigener Aussage – aus dem Autofenster. Gefunden wurde es bisher nicht.

Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe

Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555

Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247

Rat auf Draht: 147

Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20

Polizei-Notruf: 133

Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte  >

Wo genau die Tat geschah, ist unklar. Es könnte in Johannas Wohnung oder im Auto des Mannes passiert sein – der Fundort der Leiche liegt rund 40 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt. Spuren im Schnee hatten zum genauen Fundort geführt.

"S..., das ist einer von uns"

"Am Anfang denkst du dir schon: S..., das ist einer von uns", schildert ein Ermittler gegenüber der "Kleinen Zeitung". Doch gerade dann arbeite man besonders penibel. Auch Landespolizeidirektor Gerald Ortner betont: "Dass der Tatverdächtige ein Polizist ist, macht mich und uns natürlich betroffen. Die professionelle Arbeit der Polizei wird dadurch jedoch nicht beeinflusst. Die Ermittlungen werden mit aller Konsequenz und Objektivität geführt."

Am Donnerstag, 15. Jänner, soll der Verdächtige wegen Mordverdachts in U-Haft gebracht werden. Christian Kroschl von der Staatsanwaltschaft erklärte bei einer Pressekonferenz: "Aus Rücksicht auf die Hinterbliebenen" werde man derzeit keine weiteren Details zum Tatablauf bekannt geben.

Für den Polizisten gilt die Unschuldsvermutung.

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