Neue Therapie gegen Sucht

Impfung gegen Drogensucht? UNO sieht Potenzial

Der UN-Suchtstoffkontrollrat in Wien sieht großes Potenzial in Impfstoffen gegen Drogenabhängigkeit. Erste Ergebnisse machen Hoffnung.
Technik Heute
28.02.2026, 11:55
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Kann man sich gegen Drogensucht impfen lassen? Was nach Science-Fiction klingt, könnte in Zukunft tatsächlich möglich werden. Der Internationale Suchtstoffkontrollrat (INCB) der Vereinten Nationen mit Sitz in Wien spricht in seinem aktuellen Jahresbericht von einem "erheblichen Potenzial" solcher Therapieansätze.

Bisher werden Suchterkrankte vor allem mit Ersatzmedikamenten und psychosozialer Betreuung behandelt. Der neue Ansatz geht einen völlig anderen Weg: Dabei soll das körpereigene Immunsystem aktiviert werden, um die Wirkung von Drogen im Körper zu blockieren.

Wie spektrum.de berichtet, gibt es etwa bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen Opioid-Abhängigkeit Fortschritte. Eine US-Studie zum Schmerzmittel Oxycodon habe in Tierversuchen gezeigt, dass sich Antikörper im Blut bildeten. Dadurch werde verhindert, dass der Wirkstoff ins Gehirn gelangt.

Auch Kokain- und Meth-Impfung in Entwicklung

Bei einem Vakzin gegen Kokainsucht sollen erste Tests in den USA vielversprechend verlaufen sein. Das Verlangen der Teilnehmer nach der Aufputschdroge sei deutlich zurückgegangen. Zusätzlich wird an einer Impfung gegen Methamphetamin-Abhängigkeit gearbeitet.

Darüber hinaus setzt der INCB auch Hoffnung in die Erforschung halluzinogener Substanzen wie Ketamin oder Psilocybin - den Wirkstoff aus sogenannten "Magic Mushrooms" - zur Behandlung von Sucht. Sowohl solche psychedelischen Stoffe als auch Impfungen könnten die herkömmlichen Therapien sinnvoll ergänzen.

Kokainschmuggel in Europa nimmt dramatisch zu

Der Jahresbericht beleuchtet auch besorgniserregende Trends: Der Kokainschmuggel nach West- und Zentraleuropa hat in den letzten Jahren dramatisch zugenommen. Auch die Herstellung synthetischer Drogen breitet sich innerhalb Europas immer weiter aus.

Besondere Sorge bereitet dem INCB das wachsende Angebot an synthetischen Opioiden wie den sogenannten Nitazenen. Davon sind vor allem die baltischen Staaten betroffen. Aus den USA und Kanada gibt es hingegen eine positive Nachricht: Dort ist die Zahl der Überdosis-Fälle zuletzt deutlich zurückgegangen - ob das aber ein echter Trend ist, sei es noch zu früh, das zu sagen.

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