Der Streit um den Kollektivvertrag in den OÖ-Ordensspitälern spitzt sich weiter zu: Auch in der achten Runde gab es beim zentralen Streitpunkt – der Arbeitszeitverkürzung – keine Einigung. Seit Monaten fordern rund 10.000 nicht ärztliche Beschäftigte eine spürbare Entlastung.
Die Arbeitszeit bleibt vorerst unverändert. Dafür liegt nun ein laut Gewerkschaft vida "schmerzhafter Kompromiss" auf dem Tisch: 15 Stunden zusätzlicher Zeitbonus pro Jahr. "Das sind 15 Stunden mehr Freizeit – ein erster Hebel für Entlastung", sagt Verhandlerin Martina Reischenböck.
Gleichzeitig sollen Gehälter und Zulagen ab Juli um 3,3 Prozent steigen. Die Gewerkschaft spricht offen von einem Zugeständnis. Die große Forderung – eine echte Arbeitszeitverkürzung – bleibt unerfüllt. "Wir sind noch lange nicht am Ziel", betont Reischenböck. Der Druck aus den vergangenen Streiks habe aber Wirkung gezeigt.
Die Arbeitgeber sehen das Ganze etwas anders: Man habe ein "finales Angebot" mit Fokus auf auf arbeitszeitverkürzenden Maßnahmen vorgelegt. Man gehe davon aus, "dass dieses im Rahmen der Rückkopplung angenommen wird", so das Statement der Ordensspitäler.
Denn: Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Jetzt sind nämlich die Mitarbeiter am Zug – ab Mittwoch müssen sie über den Kompromiss abstimmen. Die Rückkopplung wird eine Woche lang laufen, am 25. März soll dann auch das Ergebnis präsentiert werden.
Übrigens gerät seitens der Arbeitnehmer auch die Landespolitik wieder ins Visier: "Das Schweigen unserer Landesregierung war ein klares Zeichen – wir fühlen uns im Stich gelassen", so Sandra Weilnböck, Radiologietechnologin bei den Barmherzigen Schwestern Linz. Die Beschäftigten fordern bessere Rahmenbedingungen – sowohl für ihre eigene Erholung als auch für die Versorgung der Patienten.