Nach der achten Verhandlungsrunde liegt wie berichtet jetzt ein KV-Angebot für die OÖ-Ordensspitäler am Tisch – die Gewerkschaft vida spricht von einem "schmerzhaften Kompromiss". Die 10.000 nicht ärztlichen Beschäftigten stimmen nun bis 25. März darüber ab.
Der große Streitpunkt blieb auch am Dienstag ungelöst: Bei der Arbeitszeitverkürzung gab es keinen Durchbruch. Die 40-Stunden-Woche bleibt damit weiter bestehen, auch wenn genau hier seit Monaten der größte Druck aus der Belegschaft kommt.
Dabei hatten sich die Arbeitnehmer in den Verhandlungen bereits bewegt. Aus der ursprünglichen Forderung nach einer 35-Stunden-Woche wurde im Laufe der Gespräche eine 37-Stunden-Woche – doch nicht einmal das wurde erreicht.
Und genau da wird's richtig bitter: Mit der ursprünglich geforderten 35-Stunden-Woche hätten die Beschäftigten realistischerweise rund 230 Stunden weniger Arbeit pro Jahr gehabt (abzüglich Urlaub und Feiertagen; Anm.). Jetzt liegen 15 Stunden Zeitbonus pro Jahr am Tisch – also nur ein Bruchteil jener Entlastung, für die seit Monaten gekämpft wird.
Neben dem Zeitbonus sieht das Angebot auch ein Gehaltsplus vor: Gehälter und Zulagen sollen ab Juli um 3,3 Prozent steigen, die Laufzeit beträgt ein Jahr. Die Arbeitgeber betonen in einem Statement, man habe ein "finales Angebot" mit Fokus auf arbeitszeitverkürzende Maßnahmen vorgelegt.
Das letzte Wort hat jetzt aber die Belegschaft – sie stimmt jetzt eine Woche lang über den Kompromiss ab. Ein Ergebnis soll es dann am nächsten Mittwoch bekanntgegeben werden. Wird das Angebot abgelehnt, geht es wohl wieder an den Verhandlungstisch. Sowohl Gewerkschaft als auch Arbeitgeber gehen von einer Zustimmung des Personals aus. Zumindest aus Teilen der Belegschaft war am Mittwoch gegenüber "Heute" aber zu hören, dass es durchaus Widerstand gegen den Deal geben könnte. Kommenden Mittwoch soll das Ergebnis präsentiert werden.