Am Mittwoch trafen ab 16 Uhr in Linz die Gewerkschaft und die Arbeitgeberseite aufeinander. Die KV-Verhandlungen für den nicht ärztlichen Bereich der Ordensspitäler fand offiziell bis 19 Uhr im Gesundheitspark der Barmherzigen Schwestern statt. Für die rund 10.000 Beschäftigten forderte die Gewerkschaft weiterhin eine Abgeltung der Inflation sowie eine schrittweise Reduktion der Wochenarbeitszeit von 40 auf 35 Stunden bis 2030.
Wie "Heute" berichtete, haben die Arbeitgeber zuletzt eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 3,3 Prozent ab 1. Juli vorgeschlagen. Damit orientieren sie sich am Abschluss für den öffentlichen Dienst. Die von der Gewerkschaft geforderte Arbeitszeitverkürzung halten die Arbeitgeber allerdings laut "ORF" für nicht realistisch.
Trotzdem zeigten sich beide Seiten zuversichtlich. Martina Reischenböck, die Gesundheitssprecherin der Gewerkschaft Vida, sagte: "Ich bin positiv gestimmt, dass auf sachlicher Ebene ein Kompromiss gefunden werden kann."
Die Geschäftsführerin des Klinikums Wels-Grieskirchen, Carmen Breitwieser, leitet auf Arbeitgeberseite die Gespräche. Von ihr hieß es: Ziel sei es, so rasch wie möglich zu einer fairen und tragfähigen Lösung zu kommen, die gute Arbeitsbedingungen und Stabilität schafft. Gerade in herausfordernden Zeiten sei Zusammenhalt besonders wichtig, betonte Breitwieser.
Wie "Heute" von Sandra Weilnböck, einer betroffenen Mitarbeiterin im Spital der Barmherzigen Schwestern Linz, erfuhr, wäre selbst eine Einigung am Verhandlungstisch noch nicht automatisch fix: Erstmals soll die gesamte Belegschaft per Mehrheitsentscheidung über das Verhandlungsergebnis abstimmen.
Die Stimme kann nur in einem persönlichen Gespräch abgegeben werden – erst danach wird festgelegt, ob das Angebot angenommen wird oder ob weitere Schritte gesetzt werden. "Es geht um unseren Kollektivvertrag – deshalb wollen wir als Beschäftigte darüber entscheiden. Wir hoffen auf eine Lösung am Verhandlungstisch, aber wenn es keine Bewegung gibt, sind wir auch sicher wieder bereit zu streiken", so Weilnböck.
Die fünfte KV-Runde ging schließlich in der Nacht auf Donnerstag zu Ende – ohne Abschluss. Immerhin: Beide Seiten sprechen laut "ORF" wieder von "konstruktiver Gesprächskultur". Ab Montag soll jetzt eine Unterarbeitsgruppe an heiklen Punkten weiterarbeiten. Die nächste große Verhandlungsrunde ist für den 24. Februar fixiert.
Am Tisch liegt ein Angebot der Ordensspitäler: 3,3 Prozent mehr Lohn ab 1. Juli 2026, dazu ein Tag Sonderurlaub pro Jahr (bei Vollzeit) und das Aussetzen kostensteigernder Maßnahmen. Die Gewerkschaft bleibt aber hart: Bei der Arbeitszeitverkürzung gebe es "keine Bewegung". Ihr Vorschlag: Gehaltsabschluss wie im öffentlichen Dienst – plus schrittweise Reduktion auf 37 Stunden – statt 35 – in drei Jahren. Einen neuen Streik plant die Gewerkschaft derzeit nicht – fordert aber die Landespolitik auf, mitzufinanzieren und "die nötigen Zusagen" auf den Tisch zu legen.