Großer Neuzugang im Zoo Schmiding in Krenglbach bei Wels: Dort ist kürzlich ein neues Paar Mönchsgeier eingezogen. Die beiden Tiere stammen aus Zoos in Belgien und Deutschland und wurden im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms zusammengeführt.
Jetzt sollen die imposanten Vögel für Nachwuchs sorgen. Ziel ist es, langfristig den Bestand freilebender Tiere zu unterstützen.
Das Paar lebt nun gemeinsam in der neu adaptierten großen begehbaren Greifvogelanlage des Zoos. Dafür wurde die Anlage zuvor umgebaut. Neue Horste, ein Bachlauf und zusätzliche Bäume als Anflugplätze sollen den großen Vögeln optimale Bedingungen bieten.
Erste Beobachtungen stimmen die Tierpfleger positiv. Die beiden Geier nutzen die Anlage gemeinsam und scheinen sich gut zu verstehen.
Mönchsgeier zählen mit einer Flügelspannweite von bis zu drei Metern zu den größten Greifvögeln der Welt. In Europa sind ihre Bestände jedoch stark zurückgegangen. Gründe dafür sind unter anderem Vergiftung, Lebensraumverlust und direkte Verfolgung.
Moderne Zoos spielen beim Schutz bedrohter Tierarten eine wichtige Rolle. In internationalen Erhaltungszuchtprogrammen arbeiten viele Zoos zusammen, um genetisch stabile Populationen aufzubauen und die genetische Vielfalt zu sichern. Solche Reservepopulationen können langfristig eine Grundlage für Wiederansiedelungen bilden.
Der Zoo Schmiding engagiert sich außerdem direkt für den Schutz der Art im natürlichen Lebensraum. Über den Artenschutzeuro, den Besucher freiwillig leisten können, wird unter anderem ein Mönchsgeier-Schutzprojekt auf Mallorca unterstützt.
Noch in den 1980er Jahren lebten dort nur rund 20 Tiere. Durch Maßnahmen wie die Überwachung von Brutgebieten, die Markierung von Jungtieren mit Satellitensendern, zusätzliche Futterstationen, Wiederansiedelungen, Umweltbildungsprogramme und die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden konnte sich die Population inzwischen wieder etwas erholen.
"Moderner Artenschutz funktioniert nur im Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen", erklärt Zoologin Mag. Daniela Artmann. "Erhaltungszucht in Zoos, wissenschaftliche Zusammenarbeit und Schutzprogramme im natürlichen Lebensraum greifen ineinander. Ex-situ und in-situ Artenschutz ist heute ein zentraler Bestandteil moderner Zoos."