Im Zoo Schmiding in Krenglbach (Bez. Wels-Land) herrschte vergangene Woche zunächst große Euphorie: Dienstagfrüh brachte Nashornkuh "Renette" ein gesund wirkendes Breitmaulnashornkalb zur Welt. Für die Tierpfleger war die Entdeckung bei der ersten morgendlichen Kontrolle ein "wirklich schöner Start in den Tag".
Mit rund 16 Monaten zählt die Tragezeit der Breitmaulnashörner zu den längsten im gesamten Tierreich – entsprechend groß war die Spannung in den vergangenen Wochen. Der genaue Geburtszeitpunkt blieb schwer vorherzusagen: "Bei dieser außergewöhnlich langen Tragezeit liegt man schnell auch einmal ein paar Wochen daneben", erklärte Tierpflegerin Can Hasibe.
Die ersten Stunden des Nashornbabys wirkten ausgesprochen positiv: neugierig, aufmerksam, wenn auch etwas wackelig auf den Beinen. Besonders erleichtert waren die Pfleger, als das Kalb erstmals trank – "denn das ist ein wichtiger Schritt ins Leben".
Was nach einem Triumph für den Artenschutz aussah, nimmt jetzt aber eine dramatische Wendung. Wie der Zoo am Dienstag – genau eine Woche nach der Geburt – auf Facebook mitteilte, gibt es "große Sorge" um das Jungtier.
Das Kalb entwickle sich nicht wie erwartet, heißt es. Und: "Es besteht der Verdacht auf einen angeborenen Fehler im Verdauungstrakt, der zu lebensbedrohlichen Schwierigkeiten führen kann." Derzeit wird das Baby "medizinisch intensiv versorgt – rund um die Uhr und in enger Abstimmung mit internationalen Spezialisten".
Für Besucher ist es deswegen bis auf Weiteres nicht zu sehen. "Wir bitten um Verständnis und um Geduld in dieser sensiblen Situation", so das Zoo-Team.