Es ist Freitag kurz vor Mittag bei einer Tankstelle nahe der A1 bei Asten. Autofahrer rollen an, zapfen noch schnell – offenbar mit gutem Timing. Denn um exakt 11.59 Uhr kostet der Liter Diesel hier noch 1,989 Euro.
Dann passiert es: Punkt 12 Uhr wird das Display plötzlich schwarz. Sekunden später leuchtet der neue Preis auf – 2,099 Euro pro Liter. Ein Sprung um satte 11 Cent. "Heute" war live dabei, hat den Preissprung dokumentiert.
Für viele ein echter Schock. Denn das bedeutet: Wer nur Minuten zu spät dran ist, zahlt deutlich mehr. Konkret: Bei einem 60-Liter-Tank macht das einen Unterschied von 6,60 Euro. Geld, das im Alltag spürbar fehlt.
Hintergrund ist die neue Spritpreis-Regelung der Regierung, die seit Montag gilt: Die Preise dürfen nur noch dreimal pro Woche erhöht werden – jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag zu Mittag. Eigentlich gedacht als Schutz für Konsumenten.
Doch Experten schlagen Alarm. ÖAMTC-Experte Martin Grasslober sagt zu "Heute": Gleich am ersten Tag seien Preissprünge von bis zu 17 Cent beobachtet worden. Seine Einschätzung: Die Aufschläge fallen derzeit höher aus als üblich.
Der Grund liegt laut Fachleuten auf der Hand: Betreiber könnten steigende Kosten vorwegnehmen und gleich stärker erhöhen, um sich abzusichern. Heißt: Statt kleiner, häufiger Anpassungen gibt es jetzt große Sprünge auf einmal.
Die Folgen sind längst spürbar. In Grenzregionen weichen viele Autofahrer ins Ausland aus, in Slowenien ging einer Tankstelle sogar der Sprit aus. In Oberösterreich wurden zuletzt 18.000 Liter Diesel gestohlen – auch ein Zeichen, wie wertvoll Treibstoff geworden ist.