Schlichtungsstelle greift ein

Heizung gar nicht kaputt – dennoch saftige Rechnung

Heizung kaputt, Rechnung hoch – doch das Problem lag ganz woanders. Am Ende musste eine Schlichtungsstelle für den Oberösterreicher vermitteln.
Oberösterreich Heute
06.03.2026, 17:39
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Heizung kaputt, Rechnung hoch – und plötzlich Streit. Ein Oberösterreicher rief an einem kalten Wochenende den Installateur-Notdienst, weil seine Wohnung einfach nicht mehr warm wurde. Der Techniker rückte an, stellte eine Diagnose und behob das vermeintliche Problem – später folgte eine saftige Rechnung.

Anlage war gar nicht kaputt

Kurz darauf kam jedoch die Überraschung: Die Anlage selbst war gar nicht kaputt. Der Ausfall lag an einem Defekt im Fernwärmenetz. Der Kunde wollte deshalb nicht die gesamte Rechnung bezahlen – und wandte sich an die Verbraucherschlichtung Austria.

Die Verbraucherschlichtung Austria

Die Verbraucherschlichtung Austria hilft Konsumentinnen und Konsumenten seit mittlerweile zehn Jahren, Streitigkeiten mit Unternehmen außergerichtlich zu lösen.

Seitdem wurden schon über 12.500 Fälle bearbeitet. Die Stelle wird unter anderem vom Sozialministerium gefördert, auch das Land OÖ unterstützt seit der Gründung.

Behandelt werden ganz unterschiedliche Themen – etwa Onlinekäufe, Reiseprobleme, Streit mit Handwerksbetrieben, Versicherungsfragen oder Gewährleistungsfälle.

Dort wurde zwischen beiden Seiten vermittelt. Am Ende erklärte sich das Unternehmen bereit, auf die Hälfte des Betrags zu verzichten. Ein womöglich langer und kostspieliger Rechtsstreit konnte abgewendet werden.

Derartige Fälle landen immer öfter bei der Schlichtungsstelle. 151 Anträge kamen 2025 aus Oberösterreich – deutlich mehr als im Jahr davor. Österreichweit war 2025 sogar ein Rekordjahr: 2.514 Schlichtungsanträge gingen in Summe ein.

Schnelle Einigung statt teurem Gerichtsverfahren

"Vier von fünf Unternehmen nehmen an den Verfahren teil", erklärt Schlichter Joachim Leitner. Das Prozedere ist nämlich sowohl für Kunden als auch für Betriebe freiwillig. In rund 60 Prozent der Fälle komme es schließlich zu einer Einigung. Und das auch noch ziemlich schnell: Durchschnittlich dauert ein Verfahren nur 39 Tage.

Für Konsumentenschutzlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) spielt die Schlichtung gerade jetzt eine wichtige Rolle. Wegen der Teuerung würden viele ihre Rechnungen "zwei- oder dreimal kontrollieren" – und dabei auch häufiger Unstimmigkeiten entdecken. Die Organisation helfe dann, Konflikte rasch und ohne Gericht zu lösen.

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