Alarmierende Ergebnisse bei einer neuen Untersuchung: Die Umweltschutzorganisation Global 2000 hat erstmals österreichweit Leitungswasser auf die potenziell gesundheitsgefährdende Ewigkeitschemikalie Trifluoressigsäure (TFA) getestet - mit klaren Resultaten.
Schock-Ergebnis: 54 von 55 Proben des Wassertests waren belastet. Die untersuchten 44 Wasserversorger beliefern rund 3,9 Millionen Menschen. Die gemessenen Werte lagen zwischen 0,05 und 4,6 Mikrogramm pro Liter - und damit durchgehend über dem wichtigen Pestizid-Vorsorgewert von 0,1 µg/l.
Für Umweltchemiker Helmut Burtscher-Schaden ist das Ergebnis ein "klares Warnsignal": TFA habe sich bereits im Wasserkreislauf festgesetzt. Die gemessenen Belastungen würden alles übertreffen, was bisher bei Pestiziden oder ähnlichen Stoffen gefunden wurde.
Regionale Unterschiede sind klar erkennbar: Höhere Werte gab es vor allem in Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark. Deutlich besser sieht es in alpinen Regionen wie Tirol, Vorarlberg oder Salzburg aus. Auch das Wiener Hochquellwasser schneidet vergleichsweise gut ab.
Entwarnung gibt es zumindest teilweise: Laut Experten besteht derzeit keine akute Gesundheitsgefahr. Dennoch sehen Mediziner Handlungsbedarf. TFA gilt als extrem langlebig und könnte langfristig Auswirkungen auf Hormone oder das Immunsystem haben.
Zusätzliches Problem: Die Chemikalie lässt sich aus dem Wasser kaum entfernen. Sie entsteht unter anderem aus PFAS-Pestiziden und fluorierten Gasen - Stoffe, die in Landwirtschaft und Industrie verwendet werden.
Jetzt wächst der Druck auf die Politik. Umweltorganisationen und Wasserverbände fordern strengere Regeln, klare Grenzwerte und ein rasches Verbot entsprechender Stoffe. Auch Umweltminister Norbert Totschnig solle handeln.
Fakt ist: Wenn nichts passiert, wird die Belastung weiter steigen - und damit auch das Risiko für Mensch und Umwelt.