Die Klimabilanz für Österreich hat sich 2025 leicht verschlechtert. Nach aktuellen Berechnungen des Umweltbundesamts sind die Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zu 2024 um rund ein Prozent gestiegen. Das entspricht etwa 0,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent. Insgesamt wurden rund 67,3 Millionen Tonnen ausgestoßen.
Für den Anstieg gibt es mehrere Gründe: Die Industrie produzierte mehr, gleichzeitig wurde wegen niedriger Wasserstände mehr Strom aus Gaskraftwerken erzeugt. Auch der Heizbedarf war höher als im Jahr davor - ein Effekt der kühleren Witterung.
Umweltminister Norbert Totschnig sieht darin einen klaren Auftrag: Der Ausbau erneuerbarer Energien müsse weiter vorangetrieben werden. Zudem brauche es mehr Tempo bei der Umstellung auf Strom - von der Industrie bis zur Mobilität. Auch der Austausch von Öl- und Gasheizungen spiele eine zentrale Rolle.
Nicht alle Punkte der Klimabilanz Österreich sind negativ: Der Dieselverbrauch ging laut Bericht deutlich zurück, ebenso wirkten bereits umgesetzte Klimamaßnahmen dämpfend. Auch die schwache wirtschaftliche Lage hat die Emissionen gebremst.
Ein genauer Blick zeigt Unterschiede zwischen den Sektoren: Im Emissionshandel - also etwa Energie und Industrie - gab es ein deutliches Plus von 6,3 Prozent. Haupttreiber waren der verstärkte Einsatz von Erdgas sowie höhere Emissionen in der Stahlproduktion.
In Bereichen wie Verkehr oder bei Gebäuden gingen die Emissionen um rund 2 Prozent zurück. Dennoch wurde die erlaubte Höchstmenge überschritten. Vor allem Gebäude stechen negativ heraus: Hier gab es ein kräftiges Plus von rund 7,4 Prozent, bedingt durch den höheren Heizbedarf.
Für Klimaexperten Günther Lichtblau zeige der Anstieg, wie wichtig kontinuierliche Klimaschutzmaßnahmen seien. Ohne weitere Schritte werde es schwierig, die Klimaziele langfristig zu erreichen.