Jetzt wird's für Hunderttausende Menschen in Österreich unangenehm: Mit Anfang Mai startet hierzulande die Gräserpollen-Saison - und die hat es in sich. Rund ein Viertel der Bevölkerung leidet unter Allergien, der Großteil davon reagiert auf Pollen.
Besonders tückisch: Die Saison der Gräserpollen zieht sich über Monate. Denn die Familie der Süßgräser ist riesig - ihre Blüte dauert oft bis in den September. Erste Vorboten wie Wiesen-Fuchsschwanzgras und Ruchgras sind bereits aktiv. Auch das Wiesen-Rispengras hat schon zu blühen begonnen, erklärt Pollenexpertin Katharina Bastl vom Pollenservice Wien.
Für Bastl und ihr Team beginnt jetzt eine intensive Zeit: Neben Messungen heißt es vor allem raus in die Natur und genau beobachten.
Unterstützung bei der "Pollenforschung" kommt dabei auch aus der Bevölkerung. Über die Plattform phenowatch.at oder die Naturkalender-App können Nutzer Blühbeginn und Pflanzenentwicklung melden. Diese Daten helfen, die Pollensituation besser einzuschätzen und Allergikern wertvolle Hinweise zu geben.
Der Blick in die Vergangenheit zeigt zudem einen klaren Trend: Durch den Klimawandel verschiebt sich die Blüte immer weiter nach vorn. Das Knäuelgras etwa blüht heute im Schnitt rund zwei Wochen früher als noch vor wenigen Jahrzehnten.
Warum der Klimawandel die Gräserpollen verstärkt: Die Klimaerwärmung führt dazu, dass Pflanzen früher austreiben und länger blühen. Österreichische Experten bestätigen, dass sich Blattaustrieb und Blüte um 15–20 Tage nach vorne verschoben haben, und die Saison insgesamt länger dauert. Wärmere Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster begünstigen zudem die Pollenproduktion vieler Arten, darunter auch Gräser.
Zusätzlich machen auch neue Pflanzenarten Probleme. Eingeschleppte Gräser wie Hundszahngras oder Bluthirse sowie Ziergräser in Städten verlängern die Belastung weiter. Selbst im Urlaub in den Bergen gibt es keine Entwarnung - dort beginnt die Pollensaison zeitversetzt und trifft viele genau in der Ferienzeit.