Wer heuer in Griechenland ins Meer springt, sollte nicht nur auf Seeigel oder Quallen achten. Ein deutlich unangenehmerer Badegast macht sich an den Küsten breit: der Hasenkopf-Kugelfisch. Nach mehreren gemeldeten Bissverletzungen schlägt nun sogar das Griechische Rote Kreuz Alarm.
Der aus dem Indischen und Pazifischen Ozean stammende Fisch hat sich in den vergangenen Jahren rasant im östlichen Mittelmeer ausgebreitet. Von Kreta über die Dodekanes bis vor die Küste Athens taucht er immer häufiger auf – oft sogar in flachen Badezonen.
Sein Markenzeichen: ein extrem kräftiges, schnabelartiges Gebiss - das für Urlauber wohl die größte Gefahr darstellt. "Obwohl der Biss des Hasenkopf-Kugelfisches selbst nicht giftig ist, können seine extrem kräftigen, schnabelartigen Kiefer schwere Verletzungen und starke Blutungen verursachen", so das Rote Kreuz, das deshalb jetzt einen eigenen Erste-Hilfe-Leitfaden veröffentlicht hat.
Wer gebissen wird, sollte die Wunde sofort mit Wasser und Seife reinigen, Druck auf die Verletzung ausüben und die betroffene Stelle hochlagern. Anschließend wird ein Arztbesuch empfohlen. Bei starken Blutungen gilt: sofort Rettung rufen.
Noch gefährlicher als seine Zähne ist allerdings sein Inneres. Der Fisch enthält Tetrodotoxin – eines der stärksten bekannten Nervengifte. Schon kleine Mengen können schwere Vergiftungen auslösen. Der Verzehr des Hasenkopf-Kugelfischs ist daher lebensgefährlich.
Die Behörden wollen die Ausbreitung des ungebetenen Eindringlings nun bremsen. Diskutiert wird eine Fangprämie für Fischer. Bis zu sechs Euro pro Kilogramm könnten künftig bezahlt werden. Ähnliche Programme laufen bereits in Teilen Griechenlands, auf Zypern und in der Türkei.
Meeresbiologen sehen hinter der Invasion mehr als nur ein lokales Problem. Steigende Wassertemperaturen, die Erweiterung des Suezkanals und eingeschleppte Arten durch die Schifffahrt schaffen ideale Bedingungen für den Kugelfisch.
Dazu kommt die jahrzehntelange Überfischung der Meere. Natürliche Feinde wie Haie, Schwertfische oder Meeresschildkröten sind vielerorts deutlich seltener geworden. Für den bissigen Eindringling bedeutet das: freie Bahn im Mittelmeer.