Ein Bild, das um die Welt ging: Ein Brautpaar unter dem majestätischen Felsbogen der Liebe, dem Arco dell'Amore in Apulien. Dahinter das kristallblaue Meer. Doch wer so ein Foto hat, sollte es gut aufbewahren - den Liebesbogen gibt es seit Februar nicht mehr.
Das Meer hat ihn am Valentinstag weggerissen. Das anhaltende Unwetter war wohl nur der Gnadenstoß - Klimawandel und Erosion hatten bereits Vorarbeit geleistet.
Wie NTV berichtet, bedroht der Klimawandel zunehmend die Küstenlandschaften im gesamten Mittelmeerraum. Von Felsen brechen Brocken ab, Sandstrände werden schmaler, das Wasser nähert sich den Siedlungen.
Auch in Venedig ist die Lage dramatisch. Wissenschaftler warnen, dass der Meeresspiegel bis zur Jahrhundertwende um insgesamt einen Meter steigen könnte. Das würde für die Lagunenstadt den Untergang bedeuten.
Die Italienische Geographische Gesellschaft prophezeit bis 2050, dass 70 Prozent der italienischen Strände von Erosion betroffen sein werden. 20 Prozent der heutigen Strände könnten ganz unter Wasser liegen.
Entlang der beliebten Adriaküste um Rimini kann man die Folgen bereits erleben. Manche Strandbäder stellen schon drei Reihen Liegestühle weniger auf. Anderswo sitzt man bei Flut mit der Liege bereits im Wasser.
Ivan Federico, Direktor der Global Coastal Division des Europäisch-Mediterranen-Zentrums für Klimawandel, erklärt: "Die Erosion trifft vor allem Strände, wo das Küstensystem nur eingeschränkt manövrierbar ist."
Das Phänomen beschränkt sich nicht auf Europa. Laut einem Bericht des Joint Research Centre aus dem Jahr 2020 könnte bis 2100 fast die Hälfte aller Sandstrände weltweit verschwinden. Besonders gefährdet sind Australien, Kanada, Chile, Mexiko und die USA.
Im Mittelmeerraum verschärft ein zusätzlicher Faktor die Lage: "Das Mittelmeer leidet unter einem enormen Urbanisierungsdruck", so Experte Federico. Strände sind oft zwischen Felsen und Ortschaften eingepfercht - die Folgen des Klimawandels spürt man hier besonders stark.