Venedig kämpft ums Überleben. Die berühmte Lagunenstadt könnte in den nächsten Jahrhunderten im Meer versinken. Jetzt schlagen Forscher Alarm - und bringen einen radikalen Plan ins Spiel: die Verlegung der Adria-Perle an einen anderen Ort.
Ein kompletter Rückzug der Stadt wäre wohl die drastischste Option: Die Einwohner Venedigs, seine wichtigen Denkmäler und Gebäude sollten in diesem Fall ein Stück ins Landesinnere umgesiedelt werden. Dieses "gewaltige und herzzerreißende Unterfangen" hätte einen enormen Preis: 100 Milliarden Euro.
Ein internationales Team rund um den Ozeanografen Piero Lionello hatte vier mögliche Rettungsmaßnahmen untersucht. Neben der Umsiedlung stehen auch bewegliche Schutzbarrieren, Ringdeiche sowie die vollständige Abschottung der Lagune zur Debatte (Details siehe unten), heißt es in der Studie.
Der Hintergrund ist ernst. Der Meeresspiegel steigt durch den Klimawandel kontinuierlich an. Gleichzeitig sinkt der Boden, auf dem Venedig gebaut ist, langsam ab. Eine gefährliche Kombination.
Extreme Hochwasser häufen sich. In den vergangenen 150 Jahren kam es immer öfter zu massiven Überschwemmungen. Besonders alarmierend: Die Mehrheit der schlimmsten Fluten trat erst in den vergangenen Jahrzehnten auf.
Aktuell schützen bewegliche Barrieren die Stadt vor Sturmfluten aus der Adria. Doch laut Forscher reicht das auf Dauer nicht aus. Je nach Entwicklung der Emissionen könnte der Meeresspiegel so stark steigen, dass bestehende Systeme versagen.
Vier Möglichkeiten der Rettung für Venedig
Zum jetzigen Zeitpunkt scheinen Ringdämme oder Staudämme die besten Optionen zu sein, aber das Team warnt Politiker und Gemeinden, dass sie rasch mit der Planung beginnen sollten: Großprojekte wie diese können bis zu 50 Jahre dauern, bis sie in Gang kommen.