Rettung vor dem Untergang

Schock – Soll Traumstadt Venedig verlegt werden?

Der steigende Meeresspiegel bedroht Venedig immer massiver. Italienische Forscher sehen vier Lösungen - sogar eine Verlegung der Stadt steht im Raum.
Bernd Watzka
17.04.2026, 12:19
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Venedig kämpft ums Überleben. Die berühmte Lagunenstadt könnte in den nächsten Jahrhunderten im Meer versinken. Jetzt schlagen Forscher Alarm - und bringen einen radikalen Plan ins Spiel: die Verlegung der Adria-Perle an einen anderen Ort.

Ende der "schwimmenden Stadt"

Ein kompletter Rückzug der Stadt wäre wohl die drastischste Option: Die Einwohner Venedigs, seine wichtigen Denkmäler und Gebäude sollten in diesem Fall ein Stück ins Landesinnere umgesiedelt werden. Dieses "gewaltige und herzzerreißende Unterfangen" hätte einen enormen Preis: 100 Milliarden Euro.

Vier Rettungs-Optionen liegen am Tisch

Ein internationales Team rund um den Ozeanografen Piero Lionello hatte vier mögliche Rettungsmaßnahmen untersucht. Neben der Umsiedlung stehen auch bewegliche Schutzbarrieren, Ringdeiche sowie die vollständige Abschottung der Lagune zur Debatte (Details siehe unten), heißt es in der Studie.

Hochwasser kommt immer öfter

Der Hintergrund ist ernst. Der Meeresspiegel steigt durch den Klimawandel kontinuierlich an. Gleichzeitig sinkt der Boden, auf dem Venedig gebaut ist, langsam ab. Eine gefährliche Kombination.

Extreme Hochwasser häufen sich. In den vergangenen 150 Jahren kam es immer öfter zu massiven Überschwemmungen. Besonders alarmierend: Die Mehrheit der schlimmsten Fluten trat erst in den vergangenen Jahrzehnten auf.

Aktueller Schutz reicht nicht aus

Aktuell schützen bewegliche Barrieren die Stadt vor Sturmfluten aus der Adria. Doch laut Forscher reicht das auf Dauer nicht aus. Je nach Entwicklung der Emissionen könnte der Meeresspiegel so stark steigen, dass bestehende Systeme versagen.

Die Farbskala zeigt die Höhenlage der Landflächen um die Lagune von Venedig und der Laguneninseln
Esri, Maxar, Earthstar Geographics und die GIS-Nutzergemeinschaft

Vier Möglichkeiten der Rettung für Venedig

1
Offene Lagune
Der Plan: Die Lagunen-Einlässe könnten mithilfe beweglicher Barrieren geschlossen werden, sobald ein bestimmtes Hochwasserrisiko erreicht ist. Die bisherige Infrastruktur für diesen Ansatz hat 6 Milliarden Euro gekostet.
2
Ringdeiche
Diese Option sieht vor, die wichtigsten Teile Venedigs – Hauptinsel und Nachbarinseln – mit kreisförmigen, 3 Meter hohen Barrieren einzuschließen. So würde die Stadt von den schwankenden Lagunengewässern außerhalb isoliert werden. Kosten: 4,5 Milliarden Euro.
3
Geschlossene Lagune
Die gesamte Lagune wird vollständig und großräumig geschlossen, indem man das Niveau der Barriereinsel anhebt und die Einlässe zur Lagune dauerhaft aufstaut. Diese Option könnte die Stadt vor einem Meeresspiegelanstieg von bis zu 10 Metern schützen. Kosten: mindestens 30 Milliarden Euro.
4
Verlegung
Die letzte Option ist der Rückzug: Die extrem hohen Kosten von 100 Milliarden Euro würden nicht nur die aufwendige Versetzung der Denkmäler umfassen – auch Entschädigungen für die Bewohner, die gezwungen sind, ihre Inselheimat zu verlassen, sind darin inkludiert.
Die vier Optionen in grafischer Darstellung.
Piero Lionello et al.

Ungewisse Zukunft für Lagunenstadt

Zum jetzigen Zeitpunkt scheinen Ringdämme oder Staudämme die besten Optionen zu sein, aber das Team warnt Politiker und Gemeinden, dass sie rasch mit der Planung beginnen sollten: Großprojekte wie diese können bis zu 50 Jahre dauern, bis sie in Gang kommen.

{title && {title} } bw, {title && {title} } Akt. 17.04.2026, 12:51, 17.04.2026, 12:19
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