Ozeane zu warm für Prädatoren

Heiße Haie! Ihr Jagd-Trick wird zur tödlichen Gefahr

Haie heizen ihren Körper für die Jagd auf - doch wärmere Meere machen genau das zum Problem. Forscher warnen vor Überhitzung und Hunger.
Bernd Watzka
17.04.2026, 11:17
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Haie gelten als perfekte Jäger der Meere. Einige Arten haben eine besondere Fähigkeit: Sie können Teile ihres Körpers aktiv aufwärmen. Das macht sie schneller, stärker und effizienter bei der Jagd - vor allem in den kalten Tiefen.

Doch genau dieser Vorteil wird jetzt zum Risiko. Durch die steigenden Temperaturen in den Ozeanen droht den Tieren Überhitzung. Das zeigt eine aktuelle Studie.

Energieaufwendiger Trick für Jagd

Normalerweise sind Fische wechselwarm. Ihre Körpertemperatur passt sich dem Wasser an, sie benötigen daher weniger Energie. Anders ist das bei Arten wie dem Weißen Hai oder Schwertfisch. Sie halten Muskeln und Gehirn gezielt warm - ein energieaufwendiger Trick, der sie zu Top-Räubern macht.

Tiere können Wärme nicht mehr abgeben

Durch die globale Ozean-Erwärmung wird es brenzlig für die Top-Prädatoren: In wärmeren Gewässern können große Tiere die produzierte Wärme nicht mehr schnell genug abgeben. Vor allem große Haie laufen Gefahr, zu überhitzen. Schon bei rund 17 Grad Wassertemperatur wird es für einen tonnenschweren Hai kritisch.

Haie müssen in kühlere Tiefen abtauchen

Die Folgen der "Selbst-Überhitzung" sind gravierend. Die Tiere müssen langsamer schwimmen, in kühlere Tiefen ausweichen oder ihren Lebensraum Richtung Pole verlagern. Doch das erschwert die Jagd - und kostet zusätzlich Energie.

Genau hier liegt das nächste Problem: Diese Haie benötigen ohnehin viel mehr Nahrung als andere Fische. Wenn Beute durch Überfischung oder Umweltveränderungen knapp wird, trifft sie das besonders hart.

Viele Hai-Arten sind gefährdet

Viele der betroffenen Arten sind schon jetzt gefährdet. Mit steigenden Temperaturen schrumpft ihr Lebensraum weiter - vorwiegend im Sommer. Experten warnen daher, dass einige dieser faszinierenden Meeresräuber vor dem Aussterben stehen könnten.

Klimakrise trifft Haie besonders hart

Der globale Klimawandel trifft Haie auf mehreren Fronten - Zähne, Jagd, Lebensraum, Fortpflanzung und Gesundheit. Langfristig könnte das viele Arten gefährden - und das Gleichgewicht im Ökosystem Meer massiv stören.

Auswirkungen der globalen Klima-Erwärmung auf Haie

  • 1. Ozeanversauerung schwächt Zähne: Wie eine neue Studie zeigt, kann der sinkende pH-Wert der Meere das Zahnschmelz-Material der Haie angreifen. Das führt zu brüchigeren, weniger effektiven Zähnen – und könnte ihre Jagdfähigkeit beeinträchtigen.
  • 2. Erwärmung der Meere verändert Lebensräume: Steigende Wassertemperaturen verschieben die bevorzugten Lebensräume vieler Hai-Arten – sie wandern in kühlere Regionen ab. Das kann zu Konflikten mit anderen Arten führen oder den Zugang zu gewohnten Nahrungsquellen erschweren.
  • 3. Veränderte Beuteverfügbarkeit: Durch die Klima-Erwärmung sterben Korallenriffe ab, Fischbestände wandern oder schrumpfen – Haie finden dadurch weniger Nahrung oder müssen größere Strecken zurücklegen.
  • 4. Störung des Fortpflanzungsverhaltens: Einige Haiarten sind auf bestimmte Temperaturbereiche für Paarung und Nachwuchs angewiesen. Wenn sich diese Bedingungen verändern, kann das die Fortpflanzung gefährden.
  • 5. Gefährdung durch Sauerstoffmangel: Die Meere enthalten durch die Erwärmung weniger gelösten Sauerstoff. In manchen Regionen entstehen sogenannte "Todeszonen", die Haie meiden müssen oder in denen sie gar nicht überleben können.

Bangen um Haie im Klimawandel

Fakt ist: Was Haie einst unschlagbar machte, könnte ihnen in Zeiten der Klima-Erwärmung zum Verhängnis werden - und die Ozeane um einen ihrer gefährlichsten und faszinierendsten Jäger ärmer.

{title && {title} } bw, {title && {title} } Akt. 17.04.2026, 11:19, 17.04.2026, 11:17
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