Die EU will die hohen Strompreise in Europa endlich in den Griff bekommen - und setzt dabei bei den Steuern an. Ein neuer Vorschlag der Europäischen Kommission sieht vor, Strom künftig deutlich geringer zu besteuern als fossile Brennstoffe wie Gas und Öl.
Hintergrund sind die massiv gestiegenen Energiepreise. Seit Beginn der Spannungen im Nahen Osten sind die Gaspreise nach oben geschnellt, was sich direkt auf die Stromkosten in Europa auswirkt. Der Grund: Strompreise hängen noch immer stark von Gaskraftwerken ab.
Derzeit zahlen Haushalte in der EU für Strom im Schnitt rund 0,29 Euro pro Kilowattstunde - Gas ist mit etwa 0,11 Euro deutlich günstiger. Fast ein Drittel der Stromrechnung besteht aus Steuern und Abgaben.
Genau hier will die EU jetzt ansetzen. Strom soll günstiger werden, um den Umstieg auf klimafreundliche Technologien zu beschleunigen. Gleichzeitig könnten Öl und Gas stärker besteuert werden.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betont: Europa zahle einen hohen Preis für die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Diese würden auch in Zukunft die teuerste Energiequelle bleiben.
Ein Problem bleibt: Änderungen bei EU-Steuern benötigen die Zustimmung aller Mitgliedstaaten. Frühere Versuche sind daran gescheitert. Mit dem neuen Entwurf, der am 22. April veröffentlicht wird, soll ein neuer Anlauf folgen - noch vor dem Sommer könnte dann ein konkreter Vorschlag kommen.
Um Einnahmeverluste auszugleichen, wird über eine Sondersteuer auf Gewinne von Öl- und Gaskonzernen diskutiert. Diese hatten zuletzt massiv vom Preisanstieg profitiert. Fakt ist:
Wenn der Plan aufgeht, könnte Strom bald günstiger sein als Gas.